Wien ist die Donaumetropole und das historische Zentrum der Wiener Schule der Nationalökonomie, von Carl Menger in den 1870er Jahren begründet. Nach der Emigration fast aller Vertreter Ende der 1930er Jahre hörte sie hier praktisch auf zu bestehen.
Wien wuchs zur frühen Gründerzeit unablässig. Die Bevölkerungszahl der „kaiserlich-königlichen Reichshaupt- und Residenzstadt" nahm im Verlauf des 19. Jahrhunderts um das Siebenfache zu. Viele strömten aus den Kronländern in die für die Gastlichkeit der Einwohner bekannte Donaumetropole. 1857 beauftragte Kaiser Franz Josef I. die kontrovers aufgefasste Schleifung der Stadtmauern; symbolisch hierfür steht die am 1. Mai 1865 eröffnete Ringstraße. Eine liberale Grundhaltung wurde zur vorherrschenden politischen Strömung. Nach dem „Großen Krach" 1873 traten an Stelle des Liberalismus Sicherheitsstreben und Staatsglaube. Die Entfaltung des Individuums in der liberalen Ära hatte zuvor jene spannungsreiche Atmosphäre erzeugt, die im ausgehenden 19. Jahrhundert die bildende Kunst, Literatur, Musik und Wissenschaften in Wien so sehr befruchten sollte. Auch die von Carl Menger in den 1870er Jahren begründete Wiener Schule der Nationalökonomie blieb von diesen Entwicklungen nicht unverschont. Sie hörte nach der Emigration fast all ihrer Vertreter Ende der 1930er Jahre praktisch auf in Wien zu bestehen. Vorher schon hatte sie jedoch, vor allem bedingt durch zunehmende Staatsnähe, an wissenschaftlicher Tragweite verloren.
Wo sich Wege gekreuzt haben in Wien: Lehrer und Schüler, Privatseminar-Mitglieder, Kollegen, Antipoden. Filter nach Beziehungsart und Phase, mit Anzahl.
Setzte sich kritisch mit Carl Mengers Nutzungstheorie auseinander, wonach die Kapitalrente ein Nutzungsentgelt für die Überlassung des Kapitals darstelle, und lehnte diese in seiner Kapitalzinstheorie ab; zugleich baute er auf Mengers subjektivistischer Werttheorie auf.
Wieser und Böhm-Bawerk waren Jugend- und Studienfreunde an der Universität Wien und zugleich Schwäger; 1880 heiratete Böhm-Bawerk Wiesers Schwester Paula. Die Beziehung war damit in mehrfacher Hinsicht ein lebenslanger Wegbegleiter.
Studierte bei Eugen von Böhm-Bawerk und nahm an dessen Seminar an der Universität Wien teil; gemeinsam mit Menger einer der prägenden Lehrer für Mises' Hinwendung zur Österreichischen Schule.
Schumpeter besuchte Böhm-Bawerks berühmtes Privatseminar an der Universität Wien gemeinsam mit dem jungen Mises.
Wandte sich während des Rechtsstudiums an der Universität Wien unter dem Einfluss des Menger-Schülers Friedrich von Wieser der Nationalökonomie zu.
Erst die Lektüre von Mengers „Grundsätzen" bot Wieser die gesuchte Perspektive, die er in der Rückschau als eine Befreiung aus der „Not des Denkens" empfand.
Mises war nach Wiesers Berufung 1903 an die Universität Wien einer seiner Studenten in der Vorlesungs-Reihe zur Politischen Ökonomie und gilt als Wieser-Schüler.
Schumpeter besuchte Böhm-Bawerks berühmtes Privatseminar an der Universität Wien gemeinsam mit dem jungen Mises.
Studierte und promovierte 1914 an der Universität Wien bei Eugen von Böhm-Bawerk; Dissertation zur Geld- und Kreditwirtschaft mit mathematischem Ansatz.
Wurde als sehr junger Student in Eugen von Böhm-Bawerks Privatseminar an der Universität Wien aufgenommen, einer der jüngsten Böhm-Bawerk-Schüler.
Wieser lehrte 1909-1914 als Böhm-Bawerks Wiener Pendant ebenfalls an der Universität Wien; Strigl integrierte Wiesers Wert- und Verteilungstheorie in seine eigene Arbeit.
Strigl wurde als sehr junger Student in Böhm-Bawerks Wiener Privatseminar aufgenommen. Mit-Teilnehmer waren u. a. Otto Bauer, Nikolai Bucharin, Ludwig von Mises, Otto Neurath und Joseph Schumpeter.
Las während seines Studiums Carl Menger und Eugen von Böhm-Bawerk, knüpfte erste Kontakte zur Österreichischen Schule und lernte auch Mitglieder des Wiener Kreises kennen.
Las während seines Studiums Carl Menger und Eugen von Böhm-Bawerk, knüpfte erste Kontakte zur Österreichischen Schule und lernte auch Mitglieder des Wiener Kreises kennen.
Haberler studierte an der Universität Wien u. a. bei Friedrich von Wieser und Ludwig von Mises (Promotion in Staatswissenschaften 1925).
Studierte an der Universität Wien u. a. bei Ludwig von Mises; später regelmäßige Teilnahme am Mises-Privatseminar.
Studierte ab 1920 Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien u. a. bei Friedrich von Wieser.
Privatseminar-Teilnehmerin und Mitglied des engeren Mises-Kreises in Wien.
Gehoerte zum inneren Kreis der Österreichischen Schule und nahm am Mises-Privatseminar teil; ging jedoch ab 1933 zu Mises auf Distanz, als dieser offen seinen Apriorismus vertrat. Morgensterns Hinwendung zur Mathematik vertiefte den Graben.
Mit-Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien.
Teilnehmerin am Privatseminar von Ludwig von Mises in Wien; ständiges Mitglied der Nationalökonomischen Gesellschaft bis zum Ausschluss 1938.
Schlesinger nahm am Privatseminar Ludwig von Mises’ in Wien teil.
Staendiger Teilnehmer am Privatseminar Ludwig von Mises' in Wien während der 1920er und frühen 1930er Jahre.
Teilnehmerin am Privatseminar Ludwig von Mises' an der Wiener Handelskammer, gemeinsam mit Hayek, Haberler, Morgenstern u. a.
Mit-Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien.
Mit-Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien.
Hayek promovierte 1921 an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. iur.) bei Friedrich von Wieser, dessen treuester Schüler er wurde („his most faithful disciple").
Promovierte 1921 als eine der ersten Frauen in Staatswissenschaften an der Universität Wien; die Dissertation „Die Anweisungstheorie des Geldes" wurde von Ludwig von Mises betreut.
Wurde durch die Lektüre von „Die Gemeinwirtschaft" (1922) von Ludwig von Mises, die den Nachweis der Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen enthielt, von seinen sozialistischen Sympathien abgebracht. Recht bald schon erkannte Mises Hayeks Talent und lud ihn zu seinem Privatseminar ein.
Langjähriger Teilnehmer am Mises-Privatseminar; Strigl gilt als Mises-Schüler und einer der wenigen Habilitierten der Österreichischen Schule.
Langjähriger Teilnehmer am Privatseminar Mises in Wien; einer der wenigen Habilitierten der Österreichischen Schule im Kreis.
Machlup war Stammteilnehmer am Privatseminar Mises' und intellektueller Schüler aus dem Wiener Kreis.
Mayer wurde 1923 als Nachfolger von Friedrich von Wieser auf den Wiener Lehrstuhl berufen; nach Wiesers Tod bezog Mayer dessen nachgelassenes Haus im 19. Wiener Gemeindebezirk.
Mayer stand zu Mises in einem gespannten Verhältnis.
Wurde bereits während seines Studiums Assistent bei Hans Mayer am Lehrstuhl für Politische Ökonomie der Universität Wien und promovierte 1925 unter ihm.
Gründete gemeinsam mit Mises das Österreichische Institut für Konjunkturforschung, an dem Hayek ab 1927 „harte Pionierarbeit an der ökonomischen Basis" leistete.
Haberler nahm regelmäßig am Mises-Privatseminar in Wien teil.
Haberler hielt seine Lehrveranstaltungen an der Universität Wien teilweise gemeinsam mit Friedrich August von Hayek.
War Mitarbeiter im Österreichischen Institut für Konjunkturforschung unter Hayek und übernahm zwei Jahre später dessen Leitung.
Beide Teilnehmer am Mises-Privatseminar; gleichzeitig Vorgaenger/Nachfolger an der Spitze des Konjunkturforschungsinstituts (Hayek bis 1931, Morgenstern 1931-38).
Beide Teilnehmer am Mises-Privatseminar; Machlup und Morgenstern gehörten zu den regelmäßigen Mitgliedern.
Haberler hielt seine Lehrveranstaltungen an der Universität Wien teilweise gemeinsam mit Oskar Morgenstern.
Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien als Mitglied des inneren Kreises der Österreichischen Schule.
Auch Hans Mayer war zur Unterstützung eines Schülers von Mises nicht bereit, entzog Machlup damit die für die Habilitation nötige Förderung.
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Ludwig von Mises, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.
Nahm regelmäßig am Mises-Privatseminar teil, neben seiner Geschäftstätigkeit in der elterlichen Kartonfabrik.
Habilitierte sich schließlich an der Universität Wien bei Hans Mayer.
Wandte sich unter dem Einfluss Carl Mengers und Eugen von Böhm-Bawerks schon in jungen Jahren dem Gedankengut der Österreichischen Schule zu.
Promovierte 1907 in Rechtswissenschaften an der Universität Wien; im bio_de und in der Klausinger-Studie als Schüler Friedrich von Wiesers ausgewiesen. Wieser entwickelte ein Vater-Sohn-Verhältnis zu Mayer und förderte ihn mit allen Möglichkeiten.
Strigl prägte Hayek als Lehrer: „Strigl shaped the minds of Hayek, Haberler, Machlup, Morgenstern, and other future great Viennese economists more than anyone else.“
Strigl prägte Machlup als Lehrer der vierten Wiener Generation.
Strigl prägte Haberler als Lehrer der vierten Wiener Generation.
Strigl prägte die Denker der vierten Wiener Generation (Hayek, Haberler, Machlup, Morgenstern) als Lehrer wie kaum ein anderer; seine systematische Expositionsweise und seine Kapitaltheorie wirkten direkt auf den engeren Wiener Kreis.
Methodisch-politischer Antipode Mises' im Wiener Umfeld der dritten Generation: Schumpeter trat unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg als Mitglied der deutschen Sozialisierungskommission und 1919 als sozialistischer Finanzminister für die Verstaatlichung des Kohlebergbaus ein, während Mises konsequenter Verteidiger der Marktordnung blieb.