Nach dem frühen Tod des Vaters zog Schumpeters Mutter Johanna nach Graz, wo sie 1893 den um 32 Jahre älteren Leutnantfeldmarschall Sigismund von Kéler ehelichte und mit ihm nach Wien übersiedelte.[1]
Übersiedlung nach Wien mit Mutter und Stiefvater nach deren Eheschließung in Graz.
Studium der Rechte in Wien; wandte sich unter dem Einfluss der Menger-Schüler Friedrich von Wieser, Eugen von Böhm-Bawerk und Eugen Philippovich von Philippsberg vor allem der Nationalökonomie zu.[1]
Studien- und Forschungsaufenthalt in Berlin (1906) und London (1906–1907) nach der Promotion.[1]
Nach dem Abschluss in Wien fügte Schumpeter an der London School of Economics sowie in Oxford und Cambridge seiner „österreichischen“ eine damals noch seltene englische Ausbildung hinzu.
Heiratete 1907 die zwölf Jahre ältere Engländerin Gladys Ricarde Seaver, Tochter eines hohen anglikanischen Würdenträgers. Trennung 1913, Scheidung 1925.[4]
Tätigkeit am Internationalen Gemischten Gerichtshof in Kairo 1907–1908; bearbeitete Wirtschaftsfälle und nutzte die Zeit zur Arbeit am Habilitationsmanuskript.[1]
Erscheinen von Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie (1908) mit ausgewogener Darstellung des Methodenstreits und Plädoyer für den methodologischen Individualismus.
Habilitation an der Universität Wien 1909, kurz nach Erscheinen von Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie (1908).[1]
Trat 1909 eine außerordentliche Professur in Czernowitz an, in der heutigen Ukraine.[1]
Mit 28 Jahren auf den Lehrstuhl für „Politische Ökonomie“ an die Universität Graz berufen.[1]
Veröffentlichung der Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung (1912), die rasch internationale Beachtung fand.
Übernahm 1914 eine Gastprofessur an der Columbia University in New York.[1]
Aus Amerika zurückgekehrt, wurde Schumpeter sogleich zum Dekan der Grazer Juridischen Fakultät gewählt.
Mitglied der deutschen Sozialisierungskommission unter Karl Kautsky 1918; trat zum Erstaunen aller für die vollständige und sofortige Verstaatlichung des Kohlebergbaus ein.
1919 als Finanzminister in die sozialistische Regierung berufen; sieben Monate später musste er wieder zurücktreten.[1]
Ab 1921 Präsident der M. L. Biedermann & Co. Bank in Wien; nach finanziellen Verlusten 1924 Rücktritt 1925.[1]
Heiratete 1925 in zweiter Ehe Anna Josefina Reisinger (Tochter des Hausmeisters im Haus seiner Mutter, zwanzig Jahre jünger); sie starb am 3. August 1926 bei der Geburt des ersten Kindes — auch das Kind überlebte nicht.[5]
Ab 1925 Ordinariat für wirtschaftliche Staatswissenschaften in Bonn; sorgte dafür, dass Bonn zum Treffpunkt für Ökonomen aus aller Welt wurde.[1]
Gastprofessur an der Harvard University 1927/28 (und erneut 1930) — Vorbereitung der späteren Harvard-Berufung.[6]
1932 beendete Schumpeter seine Lehrtätigkeit in Deutschland und wechselte an die Harvard University nach Cambridge (USA); konnte einen illustren Kreis post-graduate Studenten und junger Forscher um sich scharen und trug zum „golden age of economics“ in Harvard bei.[1]
Heiratete 1937 in dritter Ehe die US-amerikanische Wirtschaftshistorikerin Dr. Elizabeth Boody (1898–1953). Sie wird nach seinem Tod sein Manuskript zur „History of Economic Analysis“ posthum (1954) herausgeben.[7]
Erscheinen der Business Cycles (1939) während der Harvard-Zeit.
Erscheinen von Capitalism, Socialism, and Democracy (1942), eines der drei großen Werke aus der Harvard-Zeit.[2]
Posthumes Erscheinen der History of Economic Analysis (1954) als drittes der großen Spätwerke.[2]
Wandte sich während des Studiums in Wien unter dem Einfluss Eugen von Böhm-Bawerks vor allem der Nationalökonomie zu; Böhm-Bawerk war einer der prägenden akademischen Lehrer der Wiener Studienzeit.[1]
Wandte sich während des Wiener Studiums unter dem Einfluss Eugen Philippovich von Philippsbergs der Nationalökonomie zu; Philippovich gehörte neben Wieser und Böhm-Bawerk zum Kreis der prägenden Menger-Schüler an der Universität Wien.[1]
Wandte sich während des Rechtsstudiums an der Universität Wien unter dem Einfluss des Menger-Schülers Friedrich von Wieser der Nationalökonomie zu.[1]
Tobin promovierte als Doktorand bei Schumpeter an der Harvard University.[6]
Samuelson promovierte als Doktorand bei Schumpeter an der Harvard University.[6]
Galbraith zählt zu den herausragenden Schülern Schumpeters in Harvard.[6]
Heilbroner wird als einer der herausragenden Harvard-Schüler Schumpeters beschrieben.[8]
Intellektueller Gegenpol zu John Maynard Keynes in der Harvard-Phase ab 1932: Schumpeter setzte mit Business Cycles (1939) und Capitalism, Socialism, and Democracy (1942) der keynesianischen Makroökonomik eine konjunktur- und unternehmertheoretisch fundierte Lesart entgegen.
Schumpeter besuchte Böhm-Bawerks berühmtes Privatseminar an der Universität Wien gemeinsam mit dem jungen Mises (Aufgabenhinweis Pipeline-Briefing).
Haberler arbeitete als Professor an der Harvard University mit Joseph Schumpeter zusammen.[6]
Joseph A. Schumpeter im Kontext der gesamten Schule — fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.
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