Geboren am 27. Mai 1870 in Brünn, Mähren, in eine jüdische Familie.
„Lieblingsschüler“ und letzter Habilitand von Carl Menger; musste sich sein Studium aufgrund der Insolvenz des elterlichen Betriebes weitgehend selbst verdienen.
Studierte Volkswirtschaftslehre und Recht an der Universität Wien und promovierte 1892. Galt als „Lieblingsschüler" Carl Mengers.[1]
Erstlingswerk, in dem Schüller noch einmal den kämpferischen Geist des Methodenstreits demonstrierte.
Wurde 1897 Sekretär des niederösterreichischen Gewerbevereins.[1]
Habilitierte sich 1899 bei Carl Menger in Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien. Aufgrund seines jüdischen Glaubens musste er sich danach mit einem Extraordinariat begnügen.[1]
Konnte sich mit „Schutzzoll und Freihandel“ (1905) habilitieren und betrat damit als erster der Wiener Schule das Terrain der Handelspolitik.
Erscheinen von „Schutzzoll und Freihandel"; das Werk gilt als Schüllers Vorstoss in die Handelspolitik und als erster austriazistischer Beitrag zu diesem Themenfeld.
1906 zum ausserordentlichen Professor an der Universität Wien ernannt.[1]
Publizierte als außerordentlicher Professor 1911 zwei nennenswerte Beiträge zur Arbeitskräftenachfrage sowie zum Arbeitsmarkt.
Schüller machte im Handelsministerium Karriere und wurde von Kaiser Karl I. kurz vor dessen Abdankung noch zum Sektionschef befördert. Bis zur Pensionierung verblieb er in dieser Position und wirkte maßgeblich an der Außenhandelspolitik der Ersten Republik mit.
Unterstützte 1923 nach Mengers Tod die Herausgabe der zweiten Auflage der „Grundsätze“ mit einem sehr persönlich gehaltenen Geleitwort.
Mitglied des Wirtschaftsausschusses des Völkerbundes ab 1927; später österreichischer Gesandter beim Völkerbund in Genf.[1]
Lehrte bis 1928 an der Universität Wien.
Wurde 1930 zum Honorarprofessor an der Universität Wien ernannt.[1]
Mitherausgeber der Zeitschrift für Nationalökonomie von 1930 bis 1937; entfernte sich jedoch zusehends von der Wiener Schule.
Nach dem Anschluss 1938 wurde Schueller von den Nationalsozialisten entlassen und mit Ausreiseverbot belegt. Der fast 70-Jaehrige floh im Juli 1938 über den Ferwall-Pass nach Italien.[2]
Floh nach Erlass der Rassengesetze in Italien weiter nach Großbritannien.[2]
Musste 1940 in die USA emigrieren und setzte dort bis 1952 seine Lehrtätigkeit als Professor an der New School for Social Research in New York City fort.
Gestorben am 14. Mai 1972 in Washington, D.C.
„Lieblingsschüler" und letzter Habilitand von Carl Menger; studierte Volkswirtschaftslehre und Recht an der Universität Wien.
Co-Autor mit Gusztav Gratz zu wirtschaftspolitischen Themen — Hinweis auf engere Zusammenarbeit im handelspolitischen Umfeld.[3]
Richard Schüller im Kontext der gesamten Schule — fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.
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