BIOGRAPHIE
Leben und Werk
Donald Charles Lavoie wurde am 4. April 1951 geboren und schloss 1973 am Worcester Polytechnic Institute einen Bachelor in Computer Science ab — ein für einen späteren Ökonomen ungewöhnlicher Einstieg. An der New York University wechselte er zur Volkswirtschaftslehre und promovierte 1981 bei Israel Kirzner mit einer Arbeit, die das Calculation Debate der 1930er-Jahre neu aufrollte. Noch im selben Jahr ging er als Assistant Professor an die George Mason University, wo er bis zu seinem Tod blieb. Aus seiner Dissertation gingen 1985 die beiden Bücher hervor, die ihn bekannt machten: „Rivalry and Central Planning“ bei Cambridge University Press, eine wissenschaftshistorische Rekonstruktion, und „National Economic Planning: What is Left?“, eine zugespitzte Auseinandersetzung mit den Industriepolitik-Plänen der Reagan-Jahre. Beide Bände rehabilitierten Mises gegen den damaligen Konsens, das Calculation-Argument sei durch das Lange-Lerner-Modell erledigt. In den späten 1980er Jahren vollzog Lavoie gemeinsam mit Richard Ebeling die hermeneutische Wendung: Mit Bezug auf Hans-Georg Gadamer las er Markt als verstehensbasierten Diskussionsprozess, nicht als bloßen Allokationsmechanismus. Das brachte ihm scharfe Kritik aus dem Rothbard-Hoppe-Lager am Mises Institute ein, machte ihn aber zum Doktorvater einer einflussreichen Generation, darunter Peter Boettke, Steven Horwitz und David Prychitko. Am Mercatus Center, dem GMU-Forschungszentrum, baute er das Programm „Social and Organizational Learning“ auf und arbeitete früh zu Hypertext und Groupware als kognitiven Werkzeugen. Im Frühjahr 2001 wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, am 6. November 2001 starb er fünfzigjährig an einem Schlaganfall. Posthum erschien der Sammelband „Markets, Information and Communication“ zu seinen Ehren, herausgegeben von Boettke und Chamlee-Wright.
Metadaten
- Geboren
- 4. April 1951
- Gestorben
- 6. November 2001
- Generation
- 5. Generation