Das deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im besetzten Polen war ab 1942 zentraler Ort der nationalsozialistischen Massenmorde an Jüdinnen und Juden Europas. Der Wiener Jurist und Wirtschaftsfunktionär Emil Perels, in der frühen Wiener Schule um Mises und Böhm-Bawerk verwurzelt, wurde hier am 16. Oktober 1944 ermordet.
Auschwitz, polnisch Oświęcim, wurde nach der deutschen Besetzung Polens 1940 zum größten Lagerkomplex des nationalsozialistischen Vernichtungsapparats. Ab 1942 wurden in Auschwitz II-Birkenau systematisch europäische Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, polnische Zivilistinnen und Zivilisten sowie sowjetische Kriegsgefangene ermordet. Insgesamt verloren hier etwa 1,1 Millionen Menschen ihr Leben. Unter den Opfern ist Emil Perels, geboren 1880 in Wien, promovierter Jurist und langjähriger Teilnehmer am Böhm-Bawerk-Seminar. Perels war Mitbegründer jenes Diskussionskreises, aus dem 1918 die Nationalökonomische Gesellschaft hervorging, leitete bis 1921 die österreichische Abrechnungsstelle und wurde dort von Ludwig von Mises beerbt. Friedrich August von Hayek fand kurz nach seiner Promotion ebendort seine erste Anstellung. Nach der Deportation nach Theresienstadt am 24. September 1942 wurde Perels am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz weiterverschickt und ermordet.