FOLIO I · DENKER · GEN. 02 · N° 008

Viktor Mataja

Werke
13
Artikel
29
Generation
2.
Porträt von Viktor MatajaPorträt von Viktor Mataja: Viktor Mataja, Wienbibliothek im Rathaus (1915)
FOL. 02 · N° 008 · Viktor Mataja
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Nach einer kaufmännischen Ausbildung und einem Studium der Rechtswissenschaften in Wien wurde Mataja neben seiner Tätigkeit in der Wiener Handelskammer mit einer Arbeit über Grundrente und Unternehmergewinn habilitiert. Aus seiner breitgefächerten Publikationstätigkeit ragt besonders das bahnbrechende Werk Recht des Schadenersatzes vom Standpunkt der Nationalökonomie (1889) hervor, das auf Basis der Grenznutzenlehre das Feld für die moderne Rechtsökonomie aufbereitete. In reiferen Jahren befasste er sich als einer der Ersten im deutschen Sprachraum mit dem »Ankündigungswesen« und schuf mit Reklame das Stiftungsdokument der modernen Werbewissenschaft. Gegen Ende seines Lebens gab er ein Lehrbuch der Volkswirtschaftspolitik (1931) heraus, zu dem er auch eigene Beiträge beisteuerte. Mataja war durch und durch ein Mann der Bürokratie. Erst wurde er Sektionschef, dann zweimal Handelsminister (1909 u. 1911) und schließlich Präsident der Statistischen Zentralkommission (1914–1917 u. 1919–1922). Gegen Kriegsende fungierte er der Reihe nach als Handelsminister, als Minister ohne Portefeuille sowie als Minister für »Soziale Fürsorge«, der erste in einem europäischen Industrieland. Seine statistischen Arbeiten machten den vielseitigen und originellen Denker zu einem geschätzten Partner für Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter; das »dritte Lager« goutierte seinen deutsch-österreichischen Zentralismus. Ausgerechnet ein Vertreter der Österreichischen Schule schuf so den Nukleus der späteren Sozialpartnerschaft. Matajas Werdegang bereichert uns um die bemerkenswerte Einsicht, dass »warfare« und »welfare« ohne weiteres derselben Staatsdoktrin entstammen können.
Metadaten
20. Juli 1857
in Wien
19. Juni 1934
2. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1857
    1857
    Geburt

    Geboren am 20. Juli 1857 in Wien.[1]

  2. ⁦1878–1882⁩
    ⁦1878–1882⁩
    Studium der Rechtswissenschaften

    Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien (1878 bis 1882) nach kaufmännischer Ausbildung.[1]

  3. 1883
    1883
    Promotion zum Dr. iur.

    Promotion zum Dr. iur. an der Universität Wien 1883.[1]

  4. 1884
    1884
    Habilitation

    Habilitation mit einer Arbeit über Grundrente und Unternehmergewinn, neben der Tätigkeit in der Wiener Handelskammer.[1]

  5. 1884
    1884
    „Der Unternehmergewinn"

    Erscheinen von „Der Unternehmergewinn" (1884) – Habilitationsschrift zur Grenznutzenlehre.[2]

  6. 1889
    1889
    „Recht des Schadenersatzes vom Standpunkt der Nationalökonomie“

    Erscheinen des bahnbrechenden Werks, das auf Basis der Grenznutzenlehre das Feld für die moderne Rechtsökonomie aufbereitete.[1]

  7. 1890
    1890
    Außerordentlicher Professor

    1890 Ernennung zum außerordentlichen Professor.[1]

  8. 1892
    1892
    Ordentlicher Professor in Innsbruck

    Am 19. September 1892 Berufung zum ordentlichen Professor an der Universität Innsbruck.[1]

  9. 1892
    1892
    Ministerialrat extra statum

    Ab 6. November 1892 Ministerialrat extra statum.[1]

  10. ⁦1897–1934⁩
    ⁦1897–1934⁩
    Honorarprofessor an der Universität Wien

    Ab 1897 Honorarprofessor an der Universität Wien.[1]

  11. ⁦1909–1911⁩
    ⁦1909–1911⁩
    Handelsminister (erste Amtszeit)

    Erste Amtszeit als Handelsminister.[1]

  12. 1910
    1910
    „Die Reklame"

    Erscheinen von „Die Reklame" (1910), Pionierwerk der Werbewissenschaft (2. Aufl. 1916, 4. Aufl. 1926).[1]

  13. 1911
    1911
    Handelsminister (zweite Amtszeit)

    Zweite Amtszeit als Handelsminister.

  14. ⁦1914–1917⁩
    ⁦1914–1917⁩
    Präsident der Statistischen Zentralkommission (1. Periode)

    Präsident der Statistischen Zentralkommission von 1914 bis 1917.[1]

  15. ⁦1917–1918⁩
    ⁦1917–1918⁩
    Erster Minister für Soziale Fürsorge

    Vom 22. Dezember 1917 bis 27. Oktober 1918 erster Minister für Soziale Fürsorge in den Regierungen Seidler und Hussarek – der erste solche Minister in einem europäischen Industrieland. Gegen Kriegsende fungierte Mataja zuvor als Handelsminister, dann als Minister ohne Portefeuille.[1]

  16. ⁦1919–1922⁩
    ⁦1919–1922⁩
    Präsident der Statistischen Zentralkommission (2. Periode)

    Präsident der Statistischen Zentralkommission von 1919 bis 1922.[1]

  17. 1926
    1926
    „Entwicklung der Reklame"

    Erscheinen von „Entwicklung der Reklame" (1926), zugleich 4. Auflage von „Die Reklame".[3]

  18. 1931
    1931
    „Lehrbuch der Volkswirtschaftspolitik“

    Herausgabe des „Lehrbuchs der Volkswirtschaftspolitik“, zu dem Mataja auch eigene Beiträge beisteuerte.[1]

  19. 1934
    1934
    Tod

    Gestorben am 19. Juni 1934 in Wien.[1]

Beziehungen

Beeinflussungen

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 1
  1. ⁦1892–1897⁩
    ⁦1892–1897⁩

    Wurde 1892 als ordentlicher Professor an der Universität Innsbruck Nachfolger Eugen von Böhm-Bawerks; institutionelle Lehrstuhl-Kontinuitaet im Geist der Wiener Schule.[1]

Viktor Mataja im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN19 Belege · 2 Quellen
  • [2]Mataja (1884): Der Unternehmergewinn
  • [3]Mataja (1926): Entwicklung der Reklame
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1880er
1884
Der Unternehmergewinn. Ein Beitrag zur Lehre von der Güterverteilung in der Volkswirtschaft
OriginalDeutsch
1888
Das Recht des Schadenersatzes vom Standpunkte der Nationalökonomie
OriginalDeutsch
1890er
1890
Ueber Arbeitsvermittlung: Vortrag gehalten im niederösterreichischen Gewerbeverein
OriginalDeutsch
1891
Grossmagazine und Kleinhandel
OriginalDeutsch
1892
Die Regelung der Valuta in Österreich-Ungarn: Vortrag gehalten in der Versammlung des Volkswirtschaftlichen Vereins in Innsbruck am 28. März 1892
OriginalDeutsch
1894
Die Handels-Statistik des oesterreichisch-ungarischen Zollgebietes: Vortrag gehalten im niederösterreichischen Gewerbeverein
OriginalDeutsch
1900er
1904
Arbeiterverhältnisse im Ostrau Karwiner Steinkohlenreviere auf Grund von
OriginalDeutsch
1907
Die Statistik des Zeitungswesens
OriginalDeutsch
1910er
1910
Die Reklame. Eine Untersuchung über Ankündigungswesen und Werbetätigkeit im Geschäftsleben
OriginalDeutsch
1920er
1920
Heiratsvermittlung und Heiratsanzeigen
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 29 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1880er
1885
[Rezension zu] Friedrich von Wieser: Über den Ursprung und die Hauptgesetze des wirthschaftlichen Werthes
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[Rezension zu] N. G. Pierson: Leerboek der Staathuishoudkunde. Eerste deel
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1887
[Rezension zu] N. G. Pierson: Grondbeginselen der Staathuishoudkunde
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1888
[Rezension zu] Augusto Graziani: Sulla teoria generale del profitto
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[Rezension zu] Luigi Cossa: Scienza delle finanze
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Falkner, Roland P., Die Arbeit in den Gefängnissen [Rezension]
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Ratenhandel und Abzahlungsgeschäfte. Ein Beitrag zur Beurteilung der Konsumtionsverhältnisse der unteren Klassen
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Zeerleder, Alb., Die Schweizerische Haftpflichtgesetzgebung [Rezension]
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1889
[Rezension] Die französische Gewerbeinspection im Jahre 1887
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Das Schadensersatzrecht im Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich
OriginalDeutsch
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