FOLIO I · DENKER · GEN. 02 · N° 012

Robert Meyer

Werke
4
Artikel
27
Generation
2.
Porträt von Robert Meyer
FOL. 02 · N° 012 · Robert Meyer
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Wien und Berlin durchlief der gebürtige Wiener eine mustergültige Beamtenlaufbahn in der Finanzverwaltung, bei der er es bis zum Sektionschef brachte. 1910 wurde er Präsident der Statistischen Zentralkommission und für kurze Zeit sogar Finanzminister. Danach trat er in den Ruhestand, wurde ein Jahr später jedoch neuerlich zum Präsidenten der Statistischen Zentralkommission berufen und behielt das Amt bis zu seinem Tode bei. Als Finanzwissenschafter, dessen Lehrbefugnis 1887 auf Politische Ökonomie erweitert wurde, lehrte Robert Meyer an der Universität Wien und an anderen Wiener Bildungsstätten. Als subjektivistischer Werttheoretiker begründete er in seiner Habilitationsschrift die Steuerpro-gression (1884), die er bei der Reform der direkten Personalsteuer mit Eugen von Böhm-Bawerk als leitenden Beamten auch tatsächlich umsetzen konnte. Ab 1911 fungierte er als Mitherausgeber der Zeitschrift für Volkswirtschaft, Socialpolitik und Verwaltung. In sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen vertrat er einen prallen Etatismus.
Metadaten
1. Januar 1855
in Wien
1. Januar 1914
2. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1855
    1855
    Geburt

    Geboren 1855 in Wien.[5]

  2. 1872
    1872
    Matura am Akademischen Gymnasium

    Maturierte 1872 am Akademischen Gymnasium in Wien; Klassenkollegen waren u. a. der spätere Staatspräsident Tomáš Garrigue Masaryk und Minister Franz Klein.[5]

  3. ⁦1873–1877⁩
    ⁦1873–1877⁩
    Studium der Rechtswissenschaften

    Studium der Rechtswissenschaften in Wien und Berlin.[5]

  4. 1877
    1877
    Promotion zum Dr. iur.

    Promovierte 1877 zum Dr. iur. an der Universität Wien.[5]

  5. ⁦1877–1910⁩
    ⁦1877–1910⁩
    Beamtenlaufbahn in der Finanzverwaltung

    Mustergültige Beamtenlaufbahn in der Finanzverwaltung, brachte es bis zum Sektionschef.

  6. 1884
    1884
    Habilitationsschrift „Die Principien der gerechten Besteuerung"

    Habilitationsschrift „Die Principien der gerechten Besteuerung in der neueren Steuertheorie" (Berlin 1884), als subjektivistischer Werttheoretiker; spätere Grundlage der Reform der direkten Personalsteuer mit Eugen von Böhm-Bawerk.

  7. 1884
    1884
    Habilitation für Finanzwissenschaft

    Habilitierte sich 1884 als Privatdozent für Finanzwissenschaft, Nationalökonomie und Statistik an der Universität Wien.[5]

  8. ⁦1885–1895⁩
    ⁦1885–1895⁩
    Lehrtätigkeit an der Wiener Handelsakademie

    Lehrte 1885 bis 1895 an der Wiener Handelsakademie.[1]

  9. 1887
    1887
    Erweiterung der Lehrbefugnis auf Politische Ökonomie

    Lehrbefugnis 1887 auf Politische Ökonomie erweitert; lehrte als Finanzwissenschafter an der Universität Wien und an anderen Wiener Bildungsstätten.

  10. 1887
    1887
    „Das Wesen des Einkommens"

    Erscheinen von „Das Wesen des Einkommens. Eine volkswirthschaftliche Untersuchung" (Berlin 1887).[2]

  11. ⁦1887–1914⁩
    ⁦1887–1914⁩
    Lehrtätigkeit Universität Wien— ungefähr

    Lehrte als Finanzwissenschafter an der Universität Wien und an weiteren Wiener Bildungsstätten.

  12. ⁦1890–1900⁩
    ⁦1890–1900⁩
    Lehrtätigkeit an der Konsularakademie

    Lehrte 1890 bis 1900 an der Orientalischen bzw. Konsularakademie in Wien.[1]

  13. 1891
    1891
    Ernennung zum Finanzrat

    1891 zum Finanzrat ernannt.[1]

  14. 1899
    1899
    Sektionschef im Finanzministerium

    Wurde 1899 zum Sektionschef im k.k. Finanzministerium ernannt und leitete die Abteilung für direkte Steuern.[1]

  15. 1901
    1901
    „Das Zeitverhältnis zwischen der Steuer und dem Einkommen"

    Erscheinen von „Das Zeitverhältnis zwischen der Steuer und dem Einkommen" (Wien 1901).[3]

  16. ⁦1901–1914⁩
    ⁦1901–1914⁩
    Honorarprofessor an der Universität Wien

    1901 zum Honorarprofessor an der Universität Wien ernannt; lehrte bis zum Tod.[5]

  17. 1910
    1910
    Präsident der Statistischen Zentralkommission und Finanzminister

    Wurde 1910 Präsident der Statistischen Zentralkommission und für kurze Zeit auch Finanzminister; trat danach in den Ruhestand.[5]

  18. ⁦1911–1914⁩
    ⁦1911–1914⁩
    Erneut Präsident der Statistischen Zentralkommission

    Ein Jahr nach dem Ruhestand erneut zum Präsidenten der Statistischen Zentralkommission berufen, behielt das Amt bis zum Tode.[5]

  19. ⁦1911–1914⁩
    ⁦1911–1914⁩
    Mitherausgeber der Zeitschrift für Volkswirtschaft, Socialpolitik und Verwaltung

    Ab 1911 fungierte er als Mitherausgeber der Zeitschrift für Volkswirtschaft, Socialpolitik und Verwaltung.

  20. 1914
    1914
    Tod

    Gestorben am 10. Juni 1914 in Wien.[5]

Beziehungen

Beeinflussungen

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 2
  1. —
    —

    Wird in der dogmenhistorischen Literatur zur Wiener Steuertheorie gemeinsam mit Emil Sax als die beiden herausragenden österreichischen Steuertheoretiker behandelt; beide entwickelten parallel eine grenznutzenbasierte Finanzwissenschaft.[4]

  2. —
    —

    Setzte als subjektivistischer Werttheoretiker bei der Reform der direkten Personalsteuer gemeinsam mit Eugen von Böhm-Bawerk als leitenden Beamten die Steuerprogression praktisch um.

Robert Meyer im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN18 Belege · 3 Quellen
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1880er
1884
Die Prinzipien der gerechten Besteuerung in der neueren Finanzwissenschaft
OriginalDeutsch
1887
Das Wesen des Einkommens: Eine volkswirtschaftliche Untersuchung nebst einem Anhang.
OriginalDeutsch
1900er
1901
Das Zeitverhältnis zwischen der Steuer und dem Einkommen und seinen Theilen
OriginalDeutsch
1910er
1914
Die Wirtschaftsstatistik auf der XIV. Tagung des Internationales Statistischen
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 27 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1880er
1881
[Rezension zu] Adolf Hanel: Die österreichischen Steuergesetze und die Verordnungen über die Ausführung derselben
OriginalDeutsch
[Rezension zu] August Konopásek und Victor Ritter von Mor: Die Finanzgesetzkunde des österreichischen Kaiserstaates
OriginalDeutsch
1882
[Rezension zu] Constantin Frantz: Die sociale Steuerreform als die conditio sine qua non, wenn der socialen Revolution vorgebeugt werden soll
OriginalDeutsch
[Rezension zu] Justin Bloński: Strafgesetz über Gefällsübertretungen vom 11. Juli 1835
OriginalDeutsch
[Sammelrezension zu] Victor Röll: Oesterreichische Steuergesetze; Zusammenstellung der Gebäudesteuer-, Erwerb- und Einkommensteuer-Vorschriften
OriginalDeutsch
1885
Zur Geschichte der Hausiersteuern im Deutschen Reiche
OriginalDeutsch
1887
[Rezension zu Ernst Mischler: Der öffentliche Haushalt in Böhmen]
OriginalDeutsch
1888
[Rezension zu] Gustav Freiberger: Handbuch der österreichischen directen Steuern
OriginalDeutsch
[Rezension zu] Léon Walras: Théorie de la monnaie
OriginalDeutsch
1890er
1890
[Rezension zu Otto Wittelshöfer: Untersuchungen über das Capital, seine Natur und Function]
OriginalDeutsch
APA
Chicago
Deutsche historische Zitierweise