FOLIO I · DENKER · GEN. 03 · N° 003

Ludwig von Mises

Werke
75
Artikel
307
Generation
3.
Porträt von Ludwig von MisesPorträt von Ludwig von Mises: Ludwig von Mises, Studio-Portrait des Mises Institute (1960)Porträt von Ludwig von Mises: Mises-Portrait (koloriert, hochskaliert) (2023)
FOL. 03 · N° 003 · Ludwig von Mises
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Ludwig von Mises, dessen Ururgroßvater von Kaiser Franz Josef in den erblichen Adelsstand erhoben worden war, entstammte einer Familie assimilierter Juden und wurde 1881 im galizischen Lemberg geboren. Ludwig besuchte das Akademische Gymnasium, studierte Rechtswissenschaften und begann 1909, nach einer kurzen Zeit als Konzipient, seine berufliche Laufbahn an der Wiener Handelskammer. In der formalen Position eines einfachen Beamten des Kammersekretariats, in der er die nächsten 35 Jahre verbleiben sollte, wurde er faktisch zu einem der maßgeblichen Ökonomen des Landes. Unter dem Einfluss Carl Mengers und Eugen von Böhm-Bawerks wandte sich Ludwig von Mises schon in jungen Jahren dem Gedankengut der Österreichischen Schule zu und konnte sich bereits 1912 mit seiner Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel habilitieren. Die weitreichenden ökonomischen Themen, mit denen er sich in der Folge beschäftigte, »waren meist Probleme, bezüglich derer er die vorherrschende Meinung für falsch hielt« (Hayek, in: Mises 1978, XII). Mises verbarg kaum, dass er für nicht wenige Vertreter seines Faches nur Verachtung übrig hatte. Mit Human Action (1949), der englischen Überarbeitung seines Hauptwerks Nationalökonomie (1940), erreichte er nach und nach den ersehnten Erfolg. In diesen wie auch in seinen früheren und noch später folgenden Werken, zeigte sich Mises stets als scharfsinniger Beobachter und unbestechlicher Denker. Manche Entwicklungen ahnte er als logisch absehbare Konsequenzen weit voraus, so etwa die Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre. Auf Grund seiner radikal liberalen Haltung lehnte er Staatseingriffe in den Wirtschaftsablauf ab und schrieb zeitlebens entschieden gegen die Anmaßungen der Etatisten an. Gegenüber dem Anarchismus grenzte er sich jedoch deutlich ab. Von seinen Gegnern, die immer in der Überzahl waren, wurde Mises als starrköpfig, intolerant und extremistisch eingestuft. Seine Schüler betonten die intellektuelle Offenheit und Weitherzigkeit, die in seinem Privat-Seminar vorherrschte. Von der Wahrheit seiner Thesen und der Sinnhaftigkeit seiner Arbeit, die ihm zeit seines Lebens weder Reichtum noch akademische Ehren einbrachten, blieb er jedoch stets überzeugt.
Metadaten
29. September 1881
in Lemberg
10. Oktober 1973
in New York
3. Generation
Der Podcast

Die Folge zu Ludwig von Mises

Ludwig von Mises zum Hören: das Leben, die eine Idee, das berühmteste Argument und welches Werk man zuerst liest. Rund 18 Minuten.

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Lebensstationen

Stationen

  1. 1881
    1881
    Geburt

    Geboren am 29. September 1881 im galizischen Lemberg. Entstammt einer Familie assimilierter Juden; sein Ururgroßvater war von Kaiser Franz Josef in den erblichen Adelsstand erhoben worden.[3]

  2. ⁦1892–1900⁩
    ⁦1892–1900⁩
    Akademisches Gymnasium

    Besuchte das Akademische Gymnasium.

  3. ⁦1900–1906⁩
    ⁦1900–1906⁩
    Studium der Rechtswissenschaften

    Studierte Rechtswissenschaften (an der Universität Wien).

  4. ⁦1902–1903⁩
    ⁦1902–1903⁩
    Einjährig-Freiwilliger Wehrdienst— ungefähr

    Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger 1902/1903.[18]

  5. 1906
    1906
    Konzipient— inferiert

    Kurze Zeit als Konzipient tätig vor Beginn der beruflichen Laufbahn an der Handelskammer.

  6. 1906
    1906
    Promotion zum Dr. iuris

    Promotion an der Universität Wien zum Dr. iuris im Februar 1906.[2]

  7. ⁦1909–1934⁩
    ⁦1909–1934⁩
    Wiener Handelskammer

    Begann 1909 seine berufliche Laufbahn an der Wiener Handelskammer als Beamter des Kammersekretariats und wurde dort faktisch zu einem der maßgeblichen Ökonomen des Landes. Die Tätigkeit endete 1934 mit dem Wechsel auf den Lehrstuhl am IHEI in Genf.

  8. 1912
    1912
    „Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“

    Erscheinen der Habilitationsschrift „Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“.[3]

  9. 1913
    1913
    Habilitation an der Universität Wien

    Habilitierte sich 1913 an der Universität Wien mit seiner 1912 erschienenen Schrift „Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“. Hatte sich unter dem Einfluss Carl Mengers und Eugen von Böhm-Bawerks schon in jungen Jahren dem Gedankengut der Österreichischen Schule zugewandt.

  10. 1918
    1918
    Außerordentlicher Professor Universität Wien

    Ab 1918 als außerordentlicher Professor an der Universität Wien (Privatdozentur, kein Ordinariat).[18]

  11. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩
    Mises-Privatseminar

    Gründete in den 1920er Jahren sein berühmtes Privatseminar in seiner Handelskammer-Amtsstube; Treffpunkt für Hayek, Machlup, Haberler, Morgenstern, Felix Kaufmann, Karl Menger und viele weitere. Bestand bis zur Emigration 1934.[3]

  12. 1922
    1922
    „Die Gemeinwirtschaft“ (Socialism)

    Erscheinen von „Die Gemeinwirtschaft. Untersuchungen über den Sozialismus“ (1922) – Mises' systematische Sozialismuskritik mit dem Argument der ökonomischen Kalkulationsunmöglichkeit im Sozialismus.[3]

  13. 1927
    1927
    Mitgründung Österreichisches Institut für Konjunkturforschung

    Gründete 1927 mit Friedrich August von Hayek das Österreichische Institut für Konjunkturforschung (heute WIFO).[20]

  14. 1929
    1929
    Vorhersage der Weltwirtschaftskrise— inferiert

    Manche Entwicklungen ahnte Mises als logisch absehbare Konsequenzen weit voraus, so etwa die Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre.

  15. ⁦1934–1940⁩
    ⁦1934–1940⁩
    Lehrstuhl IHEI Genf

    Verließ 1934 Wien und übernahm einen Lehrstuhl am Institut universitaire de hautes études internationales (IHEI) in Genf, wo er bis 1940 lehrte.[21]

  16. 1938
    1938
    Heirat mit Margit Sereny-Herzfeld

    Heiratete 1938 in Genf die Witwe Margit Sereny-Herzfeld, eine ehemalige Schauspielerin. Margit von Mises wird später ihre Memoiren „My Years with Ludwig von Mises“ (1976) veröffentlichen.[21]

  17. 1940
    1940
    „Nationalökonomie“

    Erscheinen seines deutschsprachigen Hauptwerks „Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens“ in Genf 1940 (Verlag Editions Union) – die Vorform von Human Action (1949).

  18. 1940
    1940
    Emigration in die USA

    Emigrierte 1940 mit Ehefrau Margit über Frankreich, Spanien und Portugal in die USA und ließ sich in New York nieder.[3]

  19. ⁦1945–1969⁩
    ⁦1945–1969⁩
    Visiting Professor New York University

    Ab 1945 bis zur Emeritierung 1969 als Visiting Professor an der New York University (Graduate School of Business) tätig – die Position wurde nicht durch die Universität, sondern durch private Mäzene (William Volker Fund) finanziert.[3]

  20. 1947
    1947
    Mitgründung Mont Pèlerin Society

    Gehörte 1947 zu den Gründungsmitgliedern der Mont Pèlerin Society auf Einladung Friedrich August von Hayeks.[15]

  21. 1949
    1949
    „Human Action“

    Mit „Human Action“ (1949), der englischen Überarbeitung seines Hauptwerks „Nationalökonomie“ (1940), erreichte er nach und nach den ersehnten Erfolg.[3]

  22. 1962
    1962
    Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst

    1962 erhielt Mises das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.[22]

  23. 1973
    1973
    Tod

    Gestorben am 10. Oktober 1973 in New York.

Beziehungen

Beeinflussungen

Beeinflusst von · 3
  1. ⁦1900–1906⁩
    ⁦1900–1906⁩

    Studierte bei Eugen von Böhm-Bawerk und nahm an dessen Seminar an der Universität Wien teil; gemeinsam mit Menger einer der prägenden Lehrer für Mises' Hinwendung zur Österreichischen Schule.[3]

  2. ⁦1903–1906⁩
    ⁦1903–1906⁩

    Wieser wird in der Wikipedia-EN-Influences-Box von Mises gelistet; Mises hatte zu Wieser ein distanzierteres Verhältnis als zu Böhm-Bawerk.

  3. 1913
    1913

    Philippovich war 1913 als Lehrstuhlinhaber für Politische Ökonomie der formelle Habilitationsbetreuer Mises' an der Universität Wien (Aufgabenhinweis aus Pipeline-Briefing).

Beeinflusste · 11
  1. ⁦1918–1925⁩
    ⁦1918–1925⁩

    Studierte an der Universität Wien u. a. bei Ludwig von Mises; später regelmäßige Teilnahme am Mises-Privatseminar.[3]

  2. ⁦1920–1920⁩
    ⁦1920–1920⁩

    Privatseminar-Teilnehmerin und Mitglied des engeren Mises-Kreises in Wien.[23]

  3. ⁦1921–1921⁩
    ⁦1921–1921⁩

    Promovierte 1921 als eine der ersten Frauen in Staatswissenschaften an der Universität Wien; die Dissertation „Die Anweisungstheorie des Geldes" wurde von Ludwig von Mises betreut.[25]

  4. ⁦1922–1931⁩
    ⁦1922–1931⁩

    Wurde durch die Lektüre von „Die Gemeinwirtschaft" (1922) von Ludwig von Mises, die den Nachweis der Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen enthielt, von seinen sozialistischen Sympathien abgebracht. Recht bald schon erkannte Mises Hayeks Talent und lud ihn zu seinem Privatseminar ein.[5]

  5. ⁦1923–1934⁩
    ⁦1923–1934⁩

    Machlup war Stammteilnehmer am Privatseminar Mises' und intellektueller Schüler aus dem Wiener Kreis.[3]

  6. ⁦1949–1955⁩
    ⁦1949–1955⁩

    Übersetzte zahlreiche Schriften Mises' aus dem Deutschen ins Englische und trug damit wesentlich zur Verbreitung der österreichischen Geld- und Konjunkturtheorie im englischsprachigen Raum bei.[6]

  7. ⁦1949–1959⁩
    ⁦1949–1959⁩

    Galt als der vielleicht bedeutendste Mises-Schüler in der Neuen Welt; Rothbard vertiefte die Ansätze seines Lehrers besonders in Geld-, Monopol- sowie Kapital- und Zinstheorie.[7]

  8. ⁦1957–1957⁩
    ⁦1957–1957⁩

    Promovierte bei Mises an der NYU und wurde dort sein Nachfolger als wichtigster Vertreter der österreichischen Tradition in den USA.[8]

  9. —
    —
    Henry Hazlitt⁦(1894–1993)⁩ · US-Libertarismus

    Hazlitt war journalistischer Anhänger Mises' in den USA, organisierte die NYU-Position über den William Volker Fund und wirkte als Mediator zwischen Mises und der breiteren amerikanischen Öffentlichkeit.[3]

  10. —
    —
    Gustav von Schmoller⁦(1838–1917)⁩ · Jüngere Historische Schule

    Methodologischer Antipode aus dem Methodenstreit; Mises führte mit der „Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“ (1912) den Streit der österreichischen gegen die jüngere Historische Schule indirekt fort.

  11. —
    —
    John Maynard Keynes⁦(1883–1946)⁩ · Cambridge School

    Keynes war zeitlebens Mises' wichtigster intellektueller Antipode in der Geld- und Konjunkturtheorie; Mises lehnte staatsinterventionistische Ansätze radikal ab.[3]

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 28
  1. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩

    Schwiedland war Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien.

  2. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩

    Regelmäßiger Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien.[10]

  3. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩

    Kaufmann war Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien.[3]

  4. ⁦1920–1938⁩
    ⁦1920–1938⁩

    Teilnehmerin am Privatseminar von Ludwig von Mises in Wien; ständiges Mitglied der Nationalökonomischen Gesellschaft bis zum Ausschluss 1938.[24]

  5. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩

    Schlesinger war Teilnehmer am Mises-Privatseminar (Wikipedia EN).

  6. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩

    Illy war ständiger Teilnehmer am Mises-Privatseminar (bio_de bestätigt).

  7. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩
    Lionel Robbins⁦(1898–1984)⁩ · LSE

    Robbins war zeitweilig Privatseminar-Teilnehmer; später wichtige Brücke des Wiener Kreises an die LSE.[3]

  8. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩
    alfred-schutz

    Alfred Schütz (Phänomenologe, Bindeglied zur Husserl-Schule) war Stammteilnehmer am Mises-Privatseminar.[3]

  9. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩
    erich-voegelin

    Eric Voegelin (Politologe und Philosoph) war Privatseminar-Teilnehmer.[3]

  10. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩
    Karl Menger jr.⁦(1902–1985)⁩ · Wiener Kreis (Mathematik)

    Karl Menger jr. (Mathematiker, Sohn Carl Mengers) war Teilnehmer am Mises-Privatseminar.[3]

  11. ⁦1920–1930⁩
    ⁦1920–1930⁩

    Mises' Privatseminar-Liste (mises.org Hayek Centenary) führt Rosenstein-Rodan unter den regelmäßigen Teilnehmern; aktiv bis zur Übersiedlung nach Großbritannien 1930.[11]

  12. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩

    Teilnehmerin am Privatseminar Ludwig von Mises' an der Wiener Handelskammer, gemeinsam mit Hayek, Haberler, Morgenstern u. a.[27]

  13. ⁦1922–1934⁩
    ⁦1922–1934⁩

    Langjähriger Teilnehmer am Privatseminar Mises in Wien; einer der wenigen Habilitierten der Österreichischen Schule im Kreis.[1]

  14. ⁦1922–1923⁩
    ⁦1922–1923⁩

    Mitstreiter Ludwig von Mises' bei der Stabilisierung der österreichischen Währung; gemeinsam wirkten beide auf Bundeskanzler Ignaz Seipel ein, so dass die Inflations- und Defizitpolitik ein Ende fand.[16]

  15. 1927
    1927

    Gründete gemeinsam mit Mises das Österreichische Institut für Konjunkturforschung, an dem Hayek ab 1927 „harte Pionierarbeit an der ökonomischen Basis" leistete.

  16. ⁦1928–1938⁩
    ⁦1928–1938⁩

    Nach seiner Anstellung im Institut für Konjunkturforschung arbeitete Schiff als Zeitungsredakteur und besuchte regelmäßig das Mises-Privatseminar in Wien.[13]

  17. ⁦1928–1936⁩
    ⁦1928–1936⁩

    Haberler nahm regelmäßig am Mises-Privatseminar in Wien teil.[3]

  18. ⁦1929–1938⁩
    ⁦1929–1938⁩

    Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien als Mitglied des inneren Kreises der Österreichischen Schule.[3]

  19. ⁦1930–1933⁩
    ⁦1930–1933⁩

    Lachmann nahm laut Pipeline-Briefing als jüngeres Mitglied am Mises-Privatseminar teil; vor seiner Emigration nach London 1933.

  20. 1947
    1947
    Frank Knight⁦(1885–1972)⁩ · Chicago School

    Beide Gründungsmitglieder der Mont Pèlerin Society 1947.

  21. ⁦1947–1931⁩
    ⁦1947–1931⁩

    Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Ludwig von Mises, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.[5]

  22. ⁦1947–1934⁩
    ⁦1947–1934⁩

    Nahm regelmäßig am Mises-Privatseminar teil, neben seiner Geschäftstätigkeit in der elterlichen Kartonfabrik.[3]

  23. 1947
    1947
    George Stigler⁦(1911–1991)⁩ · Chicago School

    Beide Gründungsmitglieder der Mont Pèlerin Society 1947; Stigler später MPS-Präsident.

  24. 1947
    1947
    Milton Friedman⁦(1912–2006)⁩ · Chicago School

    Beide Gründungsmitglieder der Mont Pèlerin Society 1947.

  25. 1947
    1947
    Wilhelm Röpke⁦(1899–1966)⁩ · Ordoliberalismus

    Beide Gründungsmitglieder der Mont Pelerin Society 1947.

  26. ⁦1949–1959⁩
    ⁦1949–1959⁩

    Teilnehmer am Mises-Privatseminar in New York 1949–1959 (NYU-Phase) – direkter Anschluss an die Wiener Privatseminar-Tradition über Mises.[17]

  27. ⁦1949–1959⁩
    ⁦1949–1959⁩

    Teilnehmer am Mises-Privatseminar an der NYU von 1949 bis Ende der 1950er-Jahre, mit Aktivität bis in die 1970er Jahre.[7]

  28. —
    —

    Kauder bezeichnete Mises 1957 als „treuesten Schüler“ Mengers; er stand mit ihm in freundschaftlichem Kontakt und kommentierte dessen ontologischen Ansatz als Maßstab österreichischer Theorie.[14]

Ludwig von Mises im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN55 Belege · 6 Quellen
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1900er
1902
Die 1902 als Wiener staatswissenschaftliche Dissertation erschienene Arbeit zeichnet die Entwicklung des gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisses in Galizien vom Anfall des Landes an Österreich bei der ersten Teilung Polens (1772) bis zur Grundentlastung (1848) nach. Mises rekonstruiert zunächst die ländliche Verfassung des polnischen Galizien (Untertänigkeit, Grundobrigkeit, Besitzrechte, Frondienste) und kontrastiert die Untätigkeit des polnischen Staates mit dem eingreifenden österreichischen. Den Kern bildet die Darstellung der theresianischen und josefinischen Reformen, der Aufhebung der Leibeigenschaft, der Robotpatente und der gescheiterten Steuer- und Urbarialregulierung von 1789, gefolgt von der Reaktion in nachjosefinischer Zeit. Breit behandelt werden der Bauernaufstand von 1846 und die schließlich 1848 verfügte Aufhebung aller Roboten. Die Untersuchung stützt sich durchgängig auf Archivakten und zeitgenössische Gesetzgebung; in der Schlussbetrachtung deutet Mises die Bauernbefreiung nicht naturrechtlich, sondern als Folge einer mit der Bevölkerungsvermehrung unvereinbar gewordenen Wirtschaftsverfassung.
OriginalDeutsch
1910er
1914
Die Störungen im Wirtschaftsleben der österreichisch ungarischen Monarchie
OriginalDeutsch
1919
Nation, Staat und Wirtschaft
OriginalDeutsch
Weitere Ausgaben
1920er
1923
Ludwig Mises untersucht in diesem 1923 abgeschlossenen Aufsatz die geldtheoretische Seite der Währungsstabilisierung, ausgehend von der Hyperinflation im Deutschen Reich und in Österreich nach dem Ersten Weltkrieg. Die zentrale These: fortschreitende Geldentwertung ist nie ein zwangsläufiges Ergebnis der wirtschaftlichen Lage, sondern stets Folge inflationistischer Politik, nämlich der Deckung staatlicher Ausgaben durch Notenausgabe. Mises beschreibt den möglichen Zusammenbruch einer Papierwährung, fordert als erste Reformbedingung die Stilllegung der Notenpresse und die Rückkehr zum Golde und argumentiert gegen die Zahlungsbilanztheorie sowie gegen die Vorstellung, Devisenbewirtschaftung könne den Verfall aufhalten. Er behandelt das Argument des bedingten Inflationismus, die Reparationszahlungen des Versailler Vertrags und entwirft Grundzüge einer neuen, an Gold gebundenen Geldverfassung. Stützend zieht er historische Fälle heran, die amerikanische continental currency (1781) und die französischen Mandats territoriaux (1796). Abschliessend deutet er den Inflationismus als ideologisches Problem, verbunden mit Etatismus und Sozialismus.
OriginalDeutsch
1924
Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel (2., neubearbeitete Auflage)
OriginalDeutsch
Weitere Ausgaben
1927
Liberalismus
OriginalDeutsch
Weitere Ausgaben
1928
Geldwertstabilisierung und Konjunkturpolitik
OriginalDeutsch
1929
Der Band versammelt sechs wirtschaftspolitische Abhandlungen von Ludwig von Mises, die 1929 unter dem Titel "Kritik des Interventionismus" erschienen. Mises argumentiert, dass es zwischen Sondereigentum und Gemeineigentum an den Produktionsmitteln keinen dauerhaften dritten Weg gibt: der isolierte staatliche Eingriff in Preise, Löhne und Produktion verfehle stets das von seinen Urhebern verfolgte Ziel und treibe folgerichtig entweder zur Aufhebung der Eingriffe oder zum Sozialismus. Die Texte setzen sich kritisch mit der deutschen historischen Schule, dem Kathedersozialismus (Schmoller, Brentano), der Lohntheorie der Gewerkschaften, mit Sombart sowie mit Schmalenbachs These der "gebundenen Wirtschaft" auseinander. Die abschließenden Stücke behandeln die Theorie der Preistaxen und die Verstaatlichung des Kreditwesens.
OriginalDeutsch
Weitere Ausgaben
1930er
1931
Die Ursachen der Wirtschaftskrise
OriginalDeutsch
Probleme der Wertlehre Die psychologischen Wurzeln des Widerstandes gegen die
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 307 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1900er
1904
Zur Frage der Altersversorgung der Arbeiter
OriginalDeutsch
1905
Zur Geschichte der österreichischen Fabriksgesetzgebung
OriginalDeutsch
1907
Die wirtschaftspolitischen Motive der österreichischen Valutaregulierung
OriginalDeutsch
1908
Sammelbesprechung von Ludwig von Mises über die jüngere Literatur zu Geld- und Bankwesen, erschienen um 1908 in einer wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschrift. Mises referiert und bewertet 41 deutsch-, englisch- und französischsprachige Titel, geordnet nach Themenfeldern: zuerst zwei geldtheoretische Arbeiten (Hoffmanns Dogmengeschichte der Geldwerttheorien, Kemmerers quantitätstheoretischer Neuaufbau), dann Schriften zum deutschen Geldmarkt und zur Reichsbank, zur österreichischen und schweizerischen Bankfrage sowie Monographien zu Einzelfragen wie dem Geldsystem Luxemburgs und den französischen Kolonialbanken. Wiederkehrend prüft er die Stichhaltigkeit der Geldwert- und Währungstheorien, würdigt Materialfülle und Methodik und grenzt sich gegen Goldwährungsdoktrin und inflationistische Vorschläge ab. Die Knappsche staatliche Geldtheorie und die Frage der Barzahlungen ziehen sich als Bezugspunkte durch die Besprechung.
OriginalDeutsch
1909
Ludwig von Mises untersucht, ob Österreich-Ungarn die Barzahlungen, also die gesetzliche Pflicht der österreichisch-ungarischen Bank zur Einlösung ihrer Noten in Gold, formell aufnehmen solle. Seine zentrale These: wirtschaftlich bestehe die Goldwährung längst, denn die Bank gebe seit 1896 jederzeit freiwillig Gold und auf Gold lautende Devisen ab und halte die Wechselkurse zwischen den Goldpunkten stabil. Eine gesetzliche Regelung würde diesen Zustand nur rechtlich anerkennen, an der Politik der Bank nichts ändern. Mises widerlegt die herrschende Ansicht, der niedrige Wiener Diskontsatz beruhe auf der Suspension der Barzahlungen, und führt ihn auf das Fehlen kurzfristiger Auslandsverschuldung und auf die geringe inländische Anlagetätigkeit zurück. Er setzt sich kritisch mit Georg Friedrich Knapps Staatlicher Theorie des Geldes auseinander und behandelt zuletzt den Bankstreit mit Ungarn. Die in acht Abschnitte gegliederte Arbeit erschien in Schmollers Jahrbuch und wurde Ende 1908 abgeschlossen.
OriginalDeutsch
The Foreign Exchange Policy of the Austro-Hungarian Bank
OriginalEnglisch
1910er
1910
La Reforme financiere en Autriche
OriginalFranzösisch
Neue Literatur über Geld- und Bankwesen
OriginalDeutsch
Ludwig von Mises antwortet auf Walther Federns Entgegnung und verteidigt seine These, dass die Österreichisch-Ungarische Bank dem Markt jederzeit Devisen zu einem Kurs unter dem oberen Goldpunkt zur Verfügung stellt, also faktisch in Devisen barzahlt. Federns Behauptung, die Bank verweigere zeitweilig die Devisenabgabe an Zinsfussarbitrageure, weist Mises als tatsachenwidrig zurück: Das einzige Abwehrmittel der Bank gegen Goldabflüsse sei die Erhöhung des Eskomptesatzes. Argumentiert wird empirisch anhand der Kursverläufe der Devise Deutsche Bankplätze seit 1896, der Annexionskrise 1908/09 und der Krise von 1907, gestützt auf Äusserungen des Gouverneurs von Bilinski und Berichte der Wiener Börsenkammer. Der Text steht im Zusammenhang mit der zeitgenössischen Debatte um Knapps staatliche Theorie des Geldes und die Vorteile einer isolierten Währung.
OriginalDeutsch
1912
Das vierte Privilegium der Österreichisch-Ungarischen Bank
OriginalDeutsch
APA
Chicago
Deutsche historische Zitierweise