FOLIO I · DENKER · GEN. 02 · N° 035

Julius Friedrich Gans von Ludassy

Werke
17
Artikel
13
Generation
2.
Porträt von Julius Friedrich Gans von Ludassy
FOL. 02 · N° 035 · Julius Friedrich Gans von Ludassy
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Julius Friedrich Gans von Ludassy, ungarischstämmiger promovierter Jurist und darüber hinaus Student der Medizin und Philosophie, war einer der herausragendsten Schüler in Carl Mengers Seminar für graduierte, bereits berufstätige und an Nationalökonomie Interessierte. Er rezensierte als Redakteur verschiedener Zeitungen regelmäßig die nationalökonomische Literatur und verfasste selbst ein eindrucksvolles, über 1000-seitiges methodologisches Werk Die wirtschaftliche Energie (1893). Bemerkenswert ist seine frühe Kritik am mechanischen Bild des homo oeconomicus sowie seine Schlussfolgerung, dass „Ökonomik [...] die Wissenschaft vom Handeln überhaupt“ (ebd., 982) sei. Fünf Jahrzehnte später wird Ludwig von Mises diesen handlungsorientierten Ansatz fruchtbringend weiterentwickeln, ohne allerdings auf Ludassy ausdrücklich Bezug zu nehmen.
Metadaten
13. April 1858
in Wien
30. September 1922
2. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1858
    1858
    Geburt

    Geboren am 13. April 1858 in Wien; ungarischstämmig.[1]

  2. 1880
    1880
    Jurastudium und Studien der Medizin und Philosophie— ungefähr

    Promovierter Jurist und darüber hinaus Student der Medizin und Philosophie.[1]

  3. 1885
    1885
    Mengers Seminar für graduierte Berufstätige— inferiert

    Einer der herausragendsten Schüler in Carl Mengers Seminar für graduierte, bereits berufstätige und an Nationalökonomie Interessierte.

  4. 1885
    1885
    Redakteur, Rezensent nationalökonomischer Literatur

    Rezensierte als Redakteur verschiedener Zeitungen regelmäßig die nationalökonomische Literatur.[1]

  5. 1890
    1890
    Redakteur Fremdenblatt

    Ab 1890 Redakteur beim Fremdenblatt.[1]

  6. 1893
    1893
    „Die wirtschaftliche Energie“

    Eindrucksvolles methodologisches Werk Die wirtschaftliche Energie (1893) auf über 1000 Seiten; bemerkenswert die frühe Kritik am mechanischen Bild des homo oeconomicus und die Schlussfolgerung, dass „Ökonomik [...] die Wissenschaft vom Handeln überhaupt“ sei. Mises wird diesen handlungsorientierten Ansatz fünf Jahrzehnte später aufgreifen, ohne auf Ludassy ausdrücklich Bezug zu nehmen.[1]

  7. 1894
    1894
    Chefredakteur Wiener Allgemeine Zeitung

    Ab 1894 Chefredakteur der Wiener Allgemeinen Zeitung.[1]

  8. 1902
    1902
    Redakteur Neue Freie Presse

    Ab 1902 Redakteur der Neuen Freien Presse.[1]

  9. 1907
    1907
    Freischaffender Schriftsteller

    Ab 1907 als freischaffender Schriftsteller tätig; Präsident der Organisation der Wiener Presse.[1]

  10. 1922
    1922
    Tod

    Gestorben am 30. September 1922 in Wien (laut Bio-Text; Datenfeld acf.deathdate weist 30. Juli 1922 aus).[1]

Beziehungen

Beeinflussungen

Beeinflusst von · 1
  1. —
    —

    Ludassy war einer der herausragendsten Schüler in Carl Mengers Seminar für graduierte, bereits berufstätige und an Nationalökonomie Interessierte.

Julius Friedrich Gans von Ludassy im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN9 Belege · 1 Quelle
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1880er
1886
Maximen (Lustspiel)
OriginalDeutsch
1888
Garrick (Lustspiel)
OriginalDeutsch
Spleen (Lustspiel)
OriginalDeutsch
1890er
1893
Das Werk ist der erste Teil von Julius v. Gans-Ludassys dreiteiligem System der wirtschaftlichen Energie und behandelt die ökonomistische Methodologie, also die Frage, wie ökonomische Erkenntnis überhaupt möglich ist. Der Verfasser fasst die Ökonomik als selbstständige, von der Philosophie abzulösende Wissenschaft und begründet sie auf dem Prinzip der Zweckmäßigkeit, das er wirtschaftliche Energie nennt. In zwölf Kapiteln entwickelt er den Aufbau aus der Philosophie, eine kritische Geschichte der methodologischen Schulen (Rationalismus, Empirismus, Historismus, exact-realistische Richtung) und arbeitet die ökonomische Erscheinung, den Begriff, das Urteil, das Schließen, das Gesetz, das Entwicklungsgesetz, das Prinzip und die Systematik durch. Gegen rein abstrakte wie rein empirische Verfahren setzt er einen rationellen Empirismus und grenzt sich ausdrücklich von Menger, Eisenhart, Dilthey und Wagner ab, an deren Arbeiten er anknüpft. Jena 1893.
OriginalDeutsch
1898
„Der goldene Boden“ ist ein Wiener Volksstück in vier Acten von Julius von Gans-Ludassy, erschienen 1902; die Aufführung wurde laut Vorwort von der Wiener Censur mehrfach untersagt. Es zeichnet das Elend der Heimarbeit im Schneidergewerbe: Der verarmte Witwer Peter Wimmer schlägt sich als Stückschneider durch, während der aufgestiegene Zuschneider Tichtl ihm zugleich eine Heirat mit der älteren Agnes einfädelt und seine Tochter Leni verführt. Um Tichtls Geschäftsführer-Posten kreist eine Intrige, an deren Ende die Fabriksinhaberin Brandstätter erstochen wird; der eifersüchtige Spindelmann ist der Täter, doch der Verdacht fällt auf Tichtl. Wimmer, der die Wahrheit kennt und durch ein Schwurversprechen gebunden ist, ringt zwischen Rache, Mitleid mit der Tochter und Gewissen. Das Stück verhandelt soziale Ausbeutung, Ehre und Armut im Milieu der Wiener Vorstadt.
OriginalDeutsch
1900er
1900
Der letzte Knopf (Volksstück)
OriginalDeutsch
1903
Frühlingskinder (Volksstück)
OriginalDeutsch
1904
Bessere Leut' ist eine Wiener Dialektkomödie in drei Akten von Julius v. Gans-Ludassy und Alexander Engel, erschienen 1904. Im Mittelpunkt steht die verarmte Familie Dobler, die nach aussen den Schein bürgerlicher Wohlhabenheit wahrt, während der entlassene Buchhalter Anton Dobler, seine ehrgeizige Frau Betti und der arbeitsscheue Sohn Toni von Kredit, Pump und Schwindel leben. Das Stück stellt diesem Milieu die Tochter Martha gegenüber, die sich weigert, aus Berechnung zu heiraten, ehrliche Arbeit als Klavierlehrerin sucht und am Ende den kleinen Beamten Etthofer aus Zuneigung bekommt. Eine zweite Handlung verfolgt den Werkführer Zernitz, dessen erwartete Erbschaft sich als Luftschloss erweist, sowie Tonis Intrige um die Nichte Paula. Die Komödie verhandelt im Dialog Standesdünkel, Geld und Anständigkeit; der Titel 'bessere Leut'' ist ironisch gemeint.
OriginalDeutsch
Der Sonnenstaat (Drama)
OriginalDeutsch
Rätsel der Liebe (Einakter)
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 13 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1880er
1887
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1888
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1890er
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Chicago
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