FOLIO I · DENKER · GEN. 03 · N° 025

Hans Mayer

Werke
3
Artikel
28
Generation
3.
Porträt von Hans Mayer
FOL. 03 · N° 025 · Hans Mayer
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Geboren und aufgewachsen in Wien, promovierte Mayer 1907 in Rechtswissenschaften und war bis 1911 – unterbrochen von einem einjährigen Studienaufenthalt in Heidelberg – in der österreichischen Finanzverwaltung tätig. Mayer wurde nie habilitiert. In seinem Personalbogen findet sich dazu eine knappe Notiz: „Noch vor Durchführung der Habilitierung an der Universität aufgrund unveröffentlichter Manuskripte (Theorie der Preisbildung) Berufung als außerordentlicher Professor an die Universität Freiburg“. Im Anschluss an Freiburg ging er 1914 an die Deutsche Technische Hochschule in Prag. Nach Kriegsende fungierte er als Leiter der Budgetsektion im Staatsamt für Heerwesen in Wien, übernahm 1921 eine Professur in Graz und wurde 1923 als Nachfolger von Friedrich von Wieser nach Wien berufen. Mayer war laufend in Grabenkämpfe mit seinem Kontrahenten Othmar Spann verwickelt und stand ebenso zu Mises in einem gespannten Verhältnis. Trotz seiner geringen Anzahl an akademischen Beiträgen – Mayer verfasste kaum mehr als eine Handvoll Aufsätze und einige Artikel in der vierten Auflage des Handwörterbuches der Staatswissenschaften – wurde er 1927/1928 zum Dekan ernannt und erhielt Rufe nach Frankfurt (1927), Bonn (1932) und Kiel (1933). Schon in mittleren Jahren stieg er in die höchste Bezugskategorie auf. Friedrich von Wieser hatte Hans Mayer mit allen Möglichkeiten gefördert. Der einflussreiche Mentor entwickelte zu Mayer eine Art Vater-Sohn Verhältnis. Nach Wiesers Tod bezog Mayer dessen nachgelassenes Haus im 19. Wiener Gemeindebezirk. Doch der großgewachsene, schlanke, rotblonde Beau mit der gewinnenden äußeren Erscheinung konnte die wissenschaftlichen Erwartungen nicht erfüllen. Er blieb ein Einzelgänger mit spürbarer Distanz zu den meisten anderen Mitgliedern der Österreichischen Schule. Die Urteile über Mayer sind im Großen und Ganzen ungünstig und nicht frei von persönlichen Ressentiments. Aus der Sicht der Emigrierten verkörperte Mayers Werdegang die dunkle Seite desjenigen Landes, aus dem sie vertrieben worden waren: Die Günstlingswirtschaft, die verhaltene Leistungsbereitschaft, die eitle Selbstgefälligkeit und der offensichtliche Opportunismus, der es Mayer offenbar schadlos gestattete, insgesamt fünfmal entsprechende Diensteide auf die unterschiedlichen Regime zu leisten.
Metadaten
7. Februar 1879
28. Oktober 1955
3. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1879
    1879
    Geburt

    Geboren am 7. Februar 1879 in Wien, wo er auch aufwuchs.[3]

  2. 1907
    1907
    Promotion in Rechtswissenschaften

    Promotion 1907 in Rechtswissenschaften.

  3. ⁦1907–1911⁩
    ⁦1907–1911⁩
    Tätigkeit in der österreichischen Finanzverwaltung

    Bis 1911 in der österreichischen Finanzverwaltung tätig, unterbrochen von einem einjährigen Studienaufenthalt in Heidelberg.

  4. ⁦1911–1914⁩
    ⁦1911–1914⁩
    Außerordentliche Professur Freiburg

    Berufung als außerordentlicher Professor an die Universität Freiburg aufgrund unveröffentlichter Manuskripte (Theorie der Preisbildung), noch vor Durchführung der Habilitation. Mayer wurde nie habilitiert.

  5. ⁦1914–1918⁩
    ⁦1914–1918⁩
    Deutsche Technische Hochschule Prag

    1914 an die Deutsche Technische Hochschule in Prag.

  6. 1918
    1918
    Leiter Budgetsektion im Staatsamt für Heerwesen— ungefähr

    Nach Kriegsende fungierte Mayer als Leiter der Budgetsektion im Staatsamt für Heerwesen in Wien.

  7. ⁦1921–1923⁩
    ⁦1921–1923⁩
    Professur in Graz

    Übernahm 1921 eine Professur in Graz.

  8. ⁦1923–1950⁩
    ⁦1923–1950⁩
    Berufung nach Wien als Wieser-Nachfolger

    1923 als Nachfolger von Friedrich von Wieser nach Wien berufen.[4]

  9. ⁦1927–1928⁩
    ⁦1927–1928⁩
    Dekan der Universität Wien

    Wurde 1927/1928 zum Dekan ernannt.

  10. 1932
    1932
    „Der Erkenntniswert der funktionellen Preistheorien“

    Erscheinen der etwa 100-seitigen Monographie „Der Erkenntniswert der funktionellen Preistheorien“; Kritik gleichgewichtsanalytischer Ansätze.[4]

  11. 1955
    1955
    Tod

    Gestorben am 28. Oktober 1955 in Wien.[3]

Beziehungen

Beeinflussungen

Beeinflusst von · 1
  1. —
    —

    Promovierte 1907 in Rechtswissenschaften an der Universität Wien; im bio_de und in der Klausinger-Studie als Schüler Friedrich von Wiesers ausgewiesen. Wieser entwickelte ein Vater-Sohn-Verhältnis zu Mayer und förderte ihn mit allen Möglichkeiten.[4]

Beeinflusste · 5
  1. 1923
    1923
    Othmar Spann⁦(1878–1950)⁩ · Universalismus

    Mayer war laufend in Grabenkämpfe mit seinem Kontrahenten Othmar Spann verwickelt.[4]

  2. ⁦1925–1925⁩
    ⁦1925–1925⁩

    Wurde bereits während seines Studiums Assistent bei Hans Mayer am Lehrstuhl für Politische Ökonomie der Universität Wien und promovierte 1925 unter ihm.[1]

  3. 1925
    1925

    Promovierte in Rechtswissenschaften in Wien und wurde Assistent bei Hans Mayer; aus rassischen und fakultätspolitischen Gründen wurde er nicht habilitiert.

  4. ⁦1930–1938⁩
    ⁦1930–1938⁩

    Mahr war Schüler von Hans Mayer, ab 1930 dessen wissenschaftlicher Assistent an der Universität Wien, und übernahm 1950 dessen Lehrstuhl als Nachfolger.

  5. 1950
    1950

    Habilitierte sich schließlich an der Universität Wien bei Hans Mayer.[2]

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 1
  1. 1923
    1923

    Mayer wurde 1923 als Nachfolger von Friedrich von Wieser auf den Wiener Lehrstuhl berufen; nach Wiesers Tod bezog Mayer dessen nachgelassenes Haus im 19. Wiener Gemeindebezirk.[4]

Hans Mayer im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN9 Belege · 3 Quellen
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1920er
1927
Die Wirtschaftstheorie der Gegenwart [mit Frank A. Fetter und Richard Reisch, Hrsg.]
OriginalDeutsch
1930er
1930
Die Wert- und Preisbildung der Produktionsmittel
OriginalDeutsch
1940er
1949
Hundert Jahre österreichischer Wirtschaftsentwicklung 1848–1948
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 28 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1910er
1911
Eine neue Grundlegung der theoretischen Nationalökonomie
OriginalDeutsch
1920er
1921
Untersuchung zu dem Grundgesetz der wirtschaftlichen Wertrechnung. I
OriginalDeutsch
1922
Untersuchung zu dem Grundgesetz der wirtschaftlichen Wertrechnung. II
OriginalDeutsch
1923
Konsumtion
OriginalDeutsch
1924
Bedürfnis
OriginalDeutsch
1925
Monopolpreis
OriginalDeutsch
Produktion
OriginalDeutsch
Produktionsfaktoren
OriginalDeutsch
1926
Schlußwort zur Steuerüberwälzung
OriginalDeutsch
Wesen und allgemeiner Verlauf der Steuerüberwälzung
OriginalDeutsch
APA
Chicago
Deutsche historische Zitierweise