FOLIO I · DENKER · GEN. 02 · N° 013

Gustav Gross

Werke
13
Artikel
13
Generation
2.
Porträt von Gustav GrossPorträt von Gustav Gross: Dr. Gustav Groß, Präsident des Abgeordnetenhauses 1917 (1917)Porträt von Gustav Gross: Präsidium des österreichischen Reichsrates, 1917 (1917)
FOL. 02 · N° 013 · Gustav Gross
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Der Sohn eines Eisenbahndirektors wurde nach rechtswissenschaftlichen Studien in Wien und Berlin sowie einer Tätigkeit in der niederösterreichischen Statthalterei mit einer Arbeit über den Ökonomen Johann Heinrich von Thünen (1783-1850) habilitiert. Gustav Gross, der unter anderem eine Abhandlung über den Unternehmergewinn (1884) sowie die ersten wissenschaftlichen Biografien über Karl Marx (1884 u. 1885) veröffentlichte, widmete sich in späteren Jahren vor allem Sozial- und Steuerfragen. Ab 1889 war er Abgeordneter der Deutschen Fortschrittspartei. Gross, der sich selbst der Tradition Albert Friedrich Eberhard Schäffles und Adolph Wagners zurechnete, wurde von Menger bei der Aufzählung seiner Habilitanten anlässlich seiner Emeritierung nicht erwähnt. In der Staatswirtschaft, die er als „Gemeinwirtschaft“ bezeichnete, sah Gross grundlegend andere Gesetze walten als in der Privatwirtschaft und vertrat Wagners These von der steten Ausweitung der Staatsaufgaben, der langfristig nur durch die Familie Grenzen gesetzt würden. Für Gross trifft zu, was Richard S. Howey sonst zu Unrecht von den weniger bekannten „Österreichern“ gesagt hat, nämlich dass sie kaum oder gar nichts über die Grenznutzenlehre geschrieben hätten. Als Privatdozent lehrte Gross an der Universität Wien bis 1897, zuletzt als außerordentlicher Professor. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges, als die Kriegswirtschaft ihre volle zentral-bürokratische und planwirtschaftliche Entfaltung erreicht hatte, wurde er zum letzten Präsidenten des Abgeordnetenhauses der Monarchie gewählt.
Metadaten
12. Juni 1856
23. Februar 1935
in Wien
2. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1856
    1856
    Geburt

    Geboren am 12. Juni 1856 in Reichenberg, Böhmen, als Sohn eines Eisenbahndirektors.[1]

  2. ⁦1873–1877⁩
    ⁦1873–1877⁩
    Rechtswissenschaftliches Studium

    Rechtswissenschaftliche Studien in Wien und Berlin.[1]

  3. ⁦1877–1881⁩
    ⁦1877–1881⁩
    Politischer Beamter in Niederösterreich

    Tätigkeit als politischer Beamter in der niederösterreichischen Statthalterei, anschließend ergänzende nationalökonomische Studien in Berlin.[1]

  4. 1878
    1878
    Promotion zum Dr. jur.— ungefähr

    Promotion zum Dr. jur. an der Universität Wien 1878.[1]

  5. 1883
    1883
    Habilitation in Wien

    Nach Tätigkeit in der niederösterreichischen Statthalterei mit einer Arbeit über den Ökonomen Johann Heinrich von Thünen (1783-1850) habilitiert.[1]

  6. 1884
    1884
    Abhandlung über den Unternehmergewinn

    Veröffentlichung der Abhandlung über den Unternehmergewinn (1884).[1]

  7. ⁦1884–1885⁩
    ⁦1884–1885⁩
    Erste wissenschaftliche Marx-Biographien

    Veröffentlichung der ersten wissenschaftlichen Biografien über Karl Marx (1884 und 1885).

  8. 1885
    1885
    Vorstand des Deutschen Schulvereins

    Ab 1885 Mitglied im Vorstand des Deutschen Schulvereins; ab 1905 Erster Vorsitzender.[1]

  9. ⁦1885–1897⁩
    ⁦1885–1897⁩
    Privatdozent an der Universität Wien

    Als Privatdozent lehrte Gross an der Universität Wien bis 1897, zuletzt als außerordentlicher Professor.[1]

  10. 1889
    1889
    Abgeordneter Deutsche Fortschrittspartei

    Ab 1889 Abgeordneter der Deutschen Fortschrittspartei.[1]

  11. ⁦1917–1918⁩
    ⁦1917–1918⁩
    Letzter Präsident des Abgeordnetenhauses der Monarchie

    Gegen Ende des Ersten Weltkrieges, als die Kriegswirtschaft ihre volle zentral-bürokratische und planwirtschaftliche Entfaltung erreicht hatte, wurde Gross zum letzten Präsidenten des Abgeordnetenhauses der Monarchie gewählt.[1]

  12. ⁦1918–1919⁩
    ⁦1918–1919⁩
    Provisorische Nationalversammlung Deutschösterreich

    Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich.[2]

  13. 1935
    1935
    Tod

    Gestorben am 23. Februar 1935 in Wien.[1]

Beziehungen

Beeinflussungen

Beeinflusst von · 2
  1. 1881
    1881
    Adolph Wagner⁦(1835–1917)⁩ · Jüngere Historische Schule

    Groß rechnete sich der Tradition Adolph Wagners zu und vertrat dessen These von der steten Ausweitung der Staatsaufgaben, der langfristig nur durch die Familie Grenzen gesetzt würden.[1]

  2. —
    —
    Albert Schäffle⁦(1831–1903)⁩ · Soziologie / Staatswissenschaft

    Groß rechnete sich selbst der Tradition Albert Friedrich Eberhard Schäffles zu.

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 1
  1. —
    —

    Groß wurde von Menger bei der Aufzählung seiner Habilitanten anlässlich seiner Emeritierung nicht erwähnt – ein zwiespältiges Verhältnis trotz formaler Verbindung über die Wiener Habilitation.[1]

Gustav Gross im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN14 Belege · 2 Quellen
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1880er
1882
Die Staatssubventionen für Privatbahnen
OriginalDeutsch
1883
Die Theorie Thünens [Habilitationsschrift]
OriginalDeutsch
1884
Die Lehre vom Unternehmergewinn
OriginalDeutsch
1885
Karl Marx: Eine Studie
OriginalDeutsch
1888
Wirtschaftsformen und Wirtschaftsprinzipien
OriginalDeutsch
Wirtschaftsformen und Wirtschaftsprinzipien. Ein Beitrag zur Lehre von der Organisation der Volkswirtschaft
OriginalDeutsch
1890er
1896
Steuerreform
OriginalDeutsch
1900er
1908
Verhandlungsschrift über den 1. dt. Schutzvereinstag in Wien
OriginalDeutsch
1910er
1915
Der grosse Krieg
OriginalDeutsch
1916
Der Standpunkt des Deutschen Nationalverbandes zur Neuordnung der Dinge in Österreich
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 13 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1880er
1883
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OriginalDeutsch
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OriginalDeutsch
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