Friedrich August von Hayek
Leben und Werk
- 8. Mai 1899
in Wien - 23. März 1992
- 4. Generation
Die Folge zu Friedrich August von Hayek
Friedrich August von Hayek zum Hören: das Leben, die eine Idee, das berühmteste Argument und welches Werk man zuerst liest. Rund 15 Minuten.
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Stationen
- 1917Matura am Elisabethgymnasium— ungefähr
Matura am Wiener Elisabethgymnasium.
- 1917–1918Offizier im Ersten Weltkrieg
Trat 1917 in ein Artillerie-Regiment ein und kämpfte an der italienischen Front; erlitt eine Hörschädigung am linken Ohr.
- 1918–1923Studium an der Universität Wien— ungefähr
Inskribierte nach dem Krieg Rechtswissenschaften an der Universität Wien, beschäftigte sich aber überwiegend mit Volkswirtschaftslehre, Psychologie, Wissenschaftstheorie und Philosophie. Las Carl Menger und Eugen von Böhm-Bawerk, knüpfte erste Kontakte zur Österreichischen Schule und lernte Mitglieder des Wiener Kreises kennen.
- 1921Doktorat der Rechtswissenschaften
Promovierte 1921 an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. iur.) bei Friedrich von Wieser.[6]
- 1922Bruch mit dem Sozialismus durch Mises-Lektüre
Wurde durch die Lektüre von „Die Gemeinwirtschaft" (1922) von Ludwig von Mises, die die Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen nachwies, von seinen sozialistischen Sympathien abgebracht.[1]
- 1923Doktorat der Staatswissenschaften
Promovierte 1923 zum Doktor der Staatswissenschaften (Dr. rer. pol.) an der Universität Wien.[7]
- 1923–1924Forschungsassistent New York University
Verbrachte 1923/1924 als Forschungsassistent bei Jeremiah Jenks an der New York University, wo er makroökonomische Daten kompilierte.[8]
- 1926Heirat mit Hella von Fritsch
Heiratete im August 1926 Helene Berta Maria von Fritsch („Hella").[9]
- 1927Österreichisches Institut für Konjunkturforschung
Gründete gemeinsam mit Mises das Österreichische Institut für Konjunkturforschung, an dem Hayek ab 1927 „harte Pionierarbeit an der ökonomischen Basis" leistete. Mises hatte zuvor sein Talent erkannt und ihn zum Privatseminar eingeladen.[1]
- 1929Habilitation an der Universität Wien
Habilitierte sich 1929 an der Universität Wien mit der Schrift „Geldtheorie und Konjunkturtheorie".[16]
- 1931–1950Tooke-Professur an der LSE
Berufen 1931 als Tooke Professor of Economic Science and Statistics an die London School of Economics; lehrte dort über Konjunkturtheorie und prägte einen Generationenstreit mit Keynes.[1]
- 1938Britische Staatsbürgerschaft
Nahm 1938 die britische Staatsbürgerschaft an und lehnte eine Rückkehr ins NS-annektierte Österreich ab.[18]
- 1941Vorarbeiten zu „The Road to Serfdom"
Begann 1941 die Vorarbeiten zu „The Road to Serfdom", einer Analyse der Sozialismen Deutschlands und der Sowjetunion sowie des demokratischen Sozialismus als schleichendem Weg zur Knechtschaft.
- 1944„The Road to Serfdom"
Erscheinen von „The Road to Serfdom" 1944 in London; das Buch wurde ein durchschlagender publizistischer Erfolg, verkaufte sich über 2,25 Millionen Mal und machte Hayek weltberühmt.
- 1947Gründung der Mont Pèlerin Society
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Wilhelm Röpke, Walter Eucken, Ludwig Erhard, Milton Friedman, Henry Hazlitt, Karl Popper, Fritz Machlup, Lionel Robbins und Ludwig von Mises, um die Mont Pèlerin Society zu gründen.
- 1950Scheidung und zweite Heirat
Ließ sich im Juli 1950 von Hella scheiden und heiratete im selben Monat seine Cousine Helene Bitterlich.[10]
- 1950–1962Committee on Social Thought, University of Chicago
Lehrte ab 1950 für zwölf Jahre als Professor am Committee on Social Thought der University of Chicago.[1]
- 1960„The Constitution of Liberty"
Erscheinen von „The Constitution of Liberty" 1960, einer Synthese seiner liberalen Verfassungs- und Rechtsphilosophie.[11]
- 1962–1968Lehrstuhl Universität Freiburg
Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg von 1962 bis 1968.[12]
- 1969–1977Professur Universität Salzburg
Honorarprofessor an der Universität Salzburg von 1969 bis 1977.[13]
- 1974Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften
Erhielt am 9. Oktober 1974 (verliehen Dezember 1974 in Stockholm) den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften gemeinsam mit Gunnar Myrdal für seine Pionierarbeit zur Geldtheorie und zu institutionellen Voraussetzungen wirtschaftlicher Ordnung.[1]
- 1977–1992Rückkehr nach Freiburg
Kehrte 1977 nach Freiburg im Breisgau zurück und blieb dort bis zu seinem Tod 1992.[13]
- 1984Companion of Honour
Aufnahme in den Order of the Companions of Honour 1984 (Birthday Honours von Königin Elisabeth II.).[19]
- 1991Presidential Medal of Freedom
Erhielt 1991 die Presidential Medal of Freedom durch US-Präsident George H. W. Bush.[20]
- 1992Tod
Gestorben am 23. März 1992 in Freiburg im Breisgau.
Beeinflussungen
- 1921
Hayek promovierte 1921 an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. iur.) bei Friedrich von Wieser, dessen treuester Schüler er wurde („his most faithful disciple").
- 1922–1931
Wurde durch die Lektüre von „Die Gemeinwirtschaft" (1922) von Ludwig von Mises, die den Nachweis der Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen enthielt, von seinen sozialistischen Sympathien abgebracht. Recht bald schon erkannte Mises Hayeks Talent und lud ihn zu seinem Privatseminar ein.[1]
- 1931–1946John Maynard Keynes(1883–1946) · Cambridge School
Wurde Ende der 30er Jahre nach und nach zum Hauptgegenspieler von John Maynard Keynes (1883-1946) und geriet jedoch zunehmend in wissenschaftliche Isolation.
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mises.org-Strigl-Biographie nennt Hayek explizit als von Strigl geprägten Schüler: „Strigl shaped the minds of Hayek, Haberler, Machlup, Morgenstern, and other future great Viennese economists more than any other teacher." Hayek-Nachruf 1942: „with his death disappears the figure on whom one's hope for a preservation of the tradition of Vienna as a centre of economic teaching... had largely rested."[3]
- —Ludwig Wittgenstein(1889–1951) · Wiener Kreis (Sprachphilosophie)
Wittgenstein war ein Cousin Hayeks; in der Wikipedia-Infobox „Influences" als philosophischer Bezugspunkt geführt.[14]
- 1930–1935
Direkte Schülerin Friedrich August von Hayeks; reichte 1935 ihre von Hayek betreute Dissertation „The Rationale of Central Banking and the Free Banking Alternative" an der LSE ein.[5]
- 1931–1950W. Arthur Lewis(1915–1991) · Entwicklungsökonomie
Lewis studierte in den 1930er-Jahren bei Hayek an der LSE.[15]
- 1931–1950Ronald Coase(1910–2013) · Chicago School / New Institutional Economics
Coase studierte in den 1930er-Jahren als Student bei Hayek an der London School of Economics.[15]
- 1933
Lachmann gehörte an der LSE zu Hayeks engstem akademischen Umfeld und entwickelte den radikalen Subjektivismus aus dieser Linie weiter.
- 1961–1968
Trug mit Schriften und Herausgeber-Anthologie „Logik der Freiheit" maßgeblich dazu bei, die Tradition der Österreichischen Schule und insbesondere Hayeks Werk im deutschsprachigen Raum wiederzubeleben.
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Nachdem Shackle seine Doktorarbeit unter Hayek begonnen hatte, wandte er sich in der Folge dem radikalen Subjektivismus zu und trieb diesen bis zum Nihilismus weiter.
- 1927
Gründete gemeinsam mit Mises das Österreichische Institut für Konjunkturforschung, an dem Hayek ab 1927 „harte Pionierarbeit an der ökonomischen Basis" leistete.
- 1928–1931
Haberler hielt seine Lehrveranstaltungen an der Universität Wien teilweise gemeinsam mit Friedrich August von Hayek.
- 1929–1934
Beide Teilnehmer am Mises-Privatseminar; gleichzeitig Vorgaenger/Nachfolger an der Spitze des Konjunkturforschungsinstituts (Hayek bis 1931, Morgenstern 1931-38).[4]
- 1935–1948
An der London School of Economics nach Studienzeit Kollege von Friedrich August von Hayek; Zusammenarbeit bis zum Wechsel nach Johannesburg 1948.
- 1947Frank Knight(1885–1972) · Chicago School
Frank Knight gehörte zur Gründungsversammlung der Mont Pèlerin Society 1947 und beteiligte sich an der Namensgebung.[23]
- 1947
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Fritz Machlup, zur Gründung der Mont Pèlerin Society. Reihenfolge nach Geburtsjahr (Machlup 1902 vor Hayek 1899 – hier Hayek vor Machlup).
- 1947–1931
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Ludwig von Mises, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.[1]
- 1947George Stigler(1911–1991) · Chicago School
George Stigler gehörte zur Gründungsversammlung der Mont Pèlerin Society 1947.[23]
- 1947Henry Hazlitt(1894–1993) · US-Libertarismus
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Henry Hazlitt, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.
- 1947Karl Popper(1902–1994) · Kritischer Rationalismus
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Karl Popper, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.
- 1947–1950Lionel Robbins(1898–1984) · LSE
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Lionel Robbins, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.
- 1947Ludwig Erhard(1897–1977) · Ordoliberalismus
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Ludwig Erhard, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.
- 1947Milton Friedman(1912–2006) · Chicago School
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Milton Friedman, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.
- 1947Walter Eucken(1891–1950) · Ordoliberalismus
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Walter Eucken, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.
- 1947Wilhelm Röpke(1899–1966) · Ordoliberalismus
Versammelte 1947 bei Vevey am Genfer See 39 nicht-kollektivistische Denker aus aller Welt, unter ihnen Wilhelm Röpke, zur Gründung der Mont Pèlerin Society.
- 1948–1976
Wurde 1948, ein Jahr nach Gründung der Mont Pèlerin Society durch Hayek, gemeinsam mit ihrem Mann Friedrich A. Lutz Mitglied der Gesellschaft; Friedrich Lutz später zweimal Präsident der MPS.[21]
- 1948
Gehörte der von Hayek initiierten Mont Pèlerin Society an; trat 1948 bei.
- 1996–2012
Wurde 1996 Mitglied der Mont Pèlerin Society, zu deren Begründern und Kerngestalt Hayek zählte (Hayek selbst verstarb 1992, daher zeitlich nur überlappende Vereinszugehoerigkeit über das Hayek-Vermächtnis).[24]
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Beide Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien (mises.org Hayek Centenary).[4]
Friedrich August von Hayek im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.
Im Stammbaum anzeigen →QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN36 Belege · 5 Quellen
- [6]Ebenstein: Friedrich Hayek (2001), S. 22
- [7]Ebenstein: Friedrich Hayek (2001), S. 33
- [8]Ebenstein: Friedrich Hayek (2001), S. 35
- [9]Ebenstein: Friedrich Hayek (2001)
- [10]Ebenstein: Friedrich Hayek (2001), S. 155
- [11]Hayek: The Constitution of Liberty (1960)
- [12]Ebenstein: Friedrich Hayek (2001), S. 218
- [13]Ebenstein: Friedrich Hayek (2001), S. 254 · 2×
- [14]Ebenstein: Friedrich Hayek (2001), S. 245
- [15]Galbraith: Kaldor Remembered (1991) · 2×
- [16]Uni Wien, Biographiedatenbank '650 plus': Friedrich August von Hayek
- [17]Austrian Institute (S. Beig): Friedrich A. von Hayek - deutschnational erzogen, zum Liberalen gereift
- [18]London Gazette, Issue 34541 (12. August 1938), S. 5182 (Hayek britische Staatsbürgerschaft).
- [19]London Gazette Supplement, Issue 49768 (16. Juni 1984), S. 4 (Companion of Honour Hayek).
- [20]Bush, G.H.W. (1991): Remarks on Presenting the Presidential Medal of Freedom Awards, 18. November 1991. George Bush Presidential Library.
- [21]LSE History Blog: Vera Smith – A Courageous Woman and Neglected LSE Economist · 2×
- [22]ECAEF: Frauen im Mises-Privatseminar
- [23]Mont Pelerin Society: Mitgliederliste (offizielle Webseite). · 2×
- [24]Roland Baader Biographische Notiz (Friedrich-August-Hayek-Stiftung): Mont-Pèlerin-Mitgliedschaft ab 1996.
Wirkungsorte
Die Bücher
- Monetary Theory and the Trade Cycle1933OriginalEnglisch
- Preise und ProduktionOriginalDeutsch
- Prices and Production, revised and enlarged edition1936OriginalEnglisch
- Die reine Theorie des KapitalsOriginalDeutsch
- Der Weg zur KnechtschaftOriginalDeutsch
- Individualismus und wirtschaftliche Ordnung1969OriginalDeutsch
Aufsätze, Rezensionen, Vorträge
- APA
- Friedrich August von Hayek. (o. D.). Herausgegeben von mises.at und scholarium. Abgerufen am 11. Oktober 2026, von https://mises.at/friedrich-august-von-hayek
- Chicago
- “Friedrich August von Hayek.” o. D. Herausgegeben von mises.at und scholarium. Abgerufen am 11. Oktober 2026. https://mises.at/friedrich-august-von-hayek.
- Deutsche historische Zitierweise
- Friedrich August von Hayek, herausgegeben von mises.at und scholarium, https://mises.at/friedrich-august-von-hayek (abgerufen am 11. Oktober 2026).


