FOLIO I · DENKER · GEN. 03 · N° 026

Franz Xaver Weiss

Werke
2
Artikel
14
Generation
3.
FW
FOL. 03 · N° 026 · Franz Xaver Weiss
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Der gebürtige Wiener mit jüdischen Wurzeln promovierte 1909 in seiner Heimatstadt in Rechtswissenschaften. Nach einem Beitrag über Die moderne Tendenz in der Lehre vom Geldwert (1910) arbeitete er in der Wiener Kaufmannschaft und widmete sich nebenbei Böhm-Bawerks Zinstheorie. Weiss schrieb einige Artikel für die dritte Auflage des Handwörterbuches der Staatswissenschaften, war von 1921-25 Schriftleiter der Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik und gab die kleineren Schriften des von ihm verehrten Böhm-Bawerk heraus. In seiner Habilitationsschrift erneuerte und erweiterte er die Kritik an David Ricardo, was ihm zu einer Berufung an die Deutsche Technische Hochschule in Prag verhalf; nebenbei lehrte er noch an der Deutschen Universität Prag. In den 20er und 30er Jahren veröffentlichte Weiss mehrere Beiträge zur Werttheorie, zur Grundrente sowie über das Wertproblem. Weiss bestritt die von Mises vertretene Auffassung, dass Liberalismus und subjektivistische Werttheorie in natürlicher Weise zusammengehörten. Sein Todesjahr war nicht zu eruieren, doch soll er die nationalsozialistische Herrschaft in Tschechien im Untergrund überlebt haben.
Metadaten
18. April 1885
in Wien
19. März 1956
3. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1885
    1885
    Geburt

    Geboren 1885 in Wien als gebürtiger Wiener mit jüdischen Wurzeln.

  2. 1903
    1903
    Studium Recht und Staatswissenschaften— inferiert

    Studierte nach Volksschule und Gymnasium in Wien an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien bei Eugen Böhm von Bawerk und Friedrich von Wieser.[1]

  3. 1909
    1909
    Promotion in Rechtswissenschaften

    Promovierte 1909 in seiner Heimatstadt Wien in Rechtswissenschaften.

  4. 1910
    1910
    „Die moderne Tendenz in der Lehre vom Geldwert"

    Veröffentlichte 1910 den Beitrag „Die moderne Tendenz in der Lehre vom Geldwert".

  5. 1910
    1910
    Wiener Kaufmannschaft— ungefähr

    Arbeitete in der Wiener Kaufmannschaft und widmete sich nebenbei Böhm-Bawerks Zinstheorie.

  6. 1913
    1913
    Sekretär Wiener Handelskammer

    Nach Gerichtspraxis am Wiener Landesgericht und Assistenztätigkeit an der Universität Wien ab 1913 Sekretär der Wiener Handelskammer.[1]

  7. ⁦1914–1918⁩
    ⁦1914–1918⁩
    Wehrdienst Erster Weltkrieg

    Soldat von 1914 bis 1918 im Ersten Weltkrieg.[1]

  8. ⁦1921–1925⁩
    ⁦1921–1925⁩
    Schriftleiter der Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik

    War von 1921 bis 1925 Schriftleiter der Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik.

  9. ⁦1924–1926⁩
    ⁦1924–1926⁩
    Herausgabe Böhm-Bawerks „Gesammelte Schriften"

    Gab als Herausgeber Eugen von Böhm-Bawerks „Gesammelte Schriften" (1924-1926) bei Hölder-Pichler-Tempsky in Wien und Leipzig heraus, mit biographischer Einleitung.[2]

  10. 1926
    1926
    Habilitation Universität Wien

    Habilitierte sich 1926 an der Universität Wien mit einer Arbeit zu Produktionsumwegen und Kapitalzins (Erweiterung der Ricardo-Kritik).[1]

  11. 1926
    1926
    Lehrstuhl Deutsche Technische Hochschule Prag

    Berufung 1926 auf den Lehrstuhl für Politische Ökonomie an der Deutschen Technischen Hochschule Prag.

  12. 1930
    1930
    Wechsel Deutsche Universität Prag

    Wechselte 1930 an die Deutsche Universität Prag auf den Lehrstuhl für Politische Ökonomie und Finanzwissenschaft.[1]

  13. ⁦1933–1934⁩
    ⁦1933–1934⁩
    Dekan Deutsche Universität Prag

    Diente 1933/34 als Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Deutschen Universität Prag.[1]

  14. 1938
    1938
    Lehrtätigkeitsverbot

    Wurde im Herbst 1938 zwangsweise aus der Lehre entfernt.[1]

  15. 1939
    1939
    Emigration nach Großbritannien

    Erhielt im Februar 1939 bezahlten Urlaub und floh mit seiner Familie nach Großbritannien noch vor der Zerschlagung der Resttschechoslowakei.[1]

  16. 1956
    1956
    Tod

    Gestorben am 19. März 1956 in Orpington, Kent (Großbritannien).[1]

Beziehungen

Beeinflussungen

Beeinflusst von · 2
  1. ⁦1903–1909⁩
    ⁦1903–1909⁩

    Widmete sich nach seiner Promotion nebenbei Böhm-Bawerks Zinstheorie, gab die kleineren Schriften des von ihm verehrten Böhm-Bawerk heraus und erneuerte und erweiterte in seiner Habilitationsschrift die Kritik an David Ricardo.[2]

  2. ⁦1903–1909⁩
    ⁦1903–1909⁩

    Studierte an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien bei Eugen von Böhm-Bawerk und Friedrich von Wieser.[1]

Beeinflusste · 1
  1. —
    —
    David Ricardo⁦(1772–1823)⁩ · Klassische Nationalökonomie

    In seiner Habilitationsschrift erneuerte und erweiterte er die Kritik an David Ricardo, was ihm zu einer Berufung an die Deutsche Technische Hochschule in Prag verhalf.

Franz Xaver Weiss im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN12 Belege · 2 Quellen
  • [1]Kumpf: Weiss, Franz Xaver (Hagemann/Krohn-Handbuch) · 10×
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1920er
1924
Gesammelte Schriften von Eugen Böhm-Bawerk, Band 1
OriginalDeutsch
1925
Gesammelte Schriften von Eugen Böhm-Bawerk, Band 2
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 14 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1910er
1910
Die moderne Tendenz in der Lehre vom Geldwert
OriginalDeutsch
1911
[Rezension zu Edmund Bernatzik: Über nationale Matriken; Die österreichischen Verfassungsgesetze, 2. Aufl.]
OriginalDeutsch
1913
[Rezension zu Max Garr: Die wirtschaftlichen Grundlagen des modernen Zeitungswesens]
OriginalDeutsch
1916
Professor Diehls Kritik der Kapitalzinstheorie von Böhm-Bawerk
OriginalDeutsch
1920er
1921
Produktionsumwege und Kapitalzins
OriginalDeutsch
1922
Eine Residualtheorie des Kapitalzinses
OriginalDeutsch
1923
Abnehmender Ertrag
OriginalDeutsch
Abstinenztheorie
OriginalDeutsch
1924
Zur zweiten Auflage von Carl Mengers Grundsätzen
OriginalDeutsch
1925
Neuere Ricardo-Kritik
OriginalDeutsch
APA
Chicago
Deutsche historische Zitierweise