Eugen von Böhm-Bawerk
Leben und Werk
- 12. Februar 1851
in Brünn, Mähren - 27. August 1914
- 2. Generation
Die Folge zu Eugen von Böhm-Bawerk
Eugen von Böhm-Bawerk zum Hören: das Leben, die eine Idee, das berühmteste Argument und welches Werk man zuerst liest. Rund 16 Minuten.
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Stationen
- 1868–1872Studium der Rechts- und Staatswissenschaft
Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Wien.[8]
- 1872–1880Niederösterreichische Finanzprokuratur
Beamter in der niederösterreichischen Finanzprokuratur, ab 1872. Parallel Studienurlaub in Heidelberg, Leipzig und Jena bei Knies, Roscher und Hildebrand.[1]
- 1880Habilitation für Nationalökonomie
Habilitation als Privatdozent für Nationalökonomie an der Universität Wien.[1]
- 1880Heirat mit Paula von Wieser
Heirat mit Paula von Wieser, Schwester von Friedrich von Wieser; damit Schwager des langjährigen Wegbegleiters.[8]
- 1881–1884Außerordentlicher Professor Innsbruck
Außerordentlicher Professor der Politischen Ökonomie an der Universität Innsbruck.[1]
- 1884„Geschichte und Kritik der Kapitalzinstheorien“
Erscheinen von „Die Geschichte und Kritik der Kapitalzinstheorien“ als erster Band von „Kapital und Kapitalzins“; mit ausführlicher Kritik an Marx' Arbeitswertlehre und Ablehnung von Mengers Nutzungstheorie.[1]
- 1884–1889Ordentlicher Professor Innsbruck
Ordentlicher Professor an der Universität Innsbruck bis 1889.[1]
- 1889„Positive Theorie des Kapitales“
Erscheinen der „Positiven Theorie des Kapitales“ als zweiter Band von „Kapital und Kapitalzins“; Grundlage einer „österreichischen“ Kapital- und Zinstheorie und entscheidender Beitrag zur internationalen Reputation der Österreichischen Schule.[1]
- 1889Ministerialrat Finanzministerium
Wechsel ans Wiener Finanzministerium als Ministerialrat; später Sektionschef.[15]
- 1904–1914Lehrstuhl Politische Ökonomie Universität Wien
Ordentlicher Professor für Politische Ökonomie an der Universität Wien bis zum Tod 1914. Sein Privatseminar prägte u. a. Mises, Schumpeter und Otto Bauer.[1]
- 1907–1911Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften
Vizepräsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien.[1]
- 1911–1914Präsident der Akademie der Wissenschaften
Präsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien bis zum Tod.[1]
Beeinflussungen
- 1876–1878Bruno Hildebrand(1812–1878) · Ältere Historische Schule
Studierte 1876-1878 bei Bruno Hildebrand in Jena.[16]
- 1876–1878Karl Knies(1821–1898) · Ältere Historische Schule
Studierte 1876-1878 während einer Auslandsreise bei Karl Knies in Heidelberg.[16]
- 1876–1878Wilhelm Roscher(1817–1894) · Ältere Historische Schule
Studierte 1876-1878 zusammen mit Wieser bei Wilhelm Roscher in Leipzig.[16]
- 1884–1896Karl Marx(1818–1883) · Marxismus
Unterzog die sozialistische Arbeitswertlehre von Karl Marx in „Die Geschichte und Kritik der Kapitalzinstheorien“ (1884) einer ausführlichen und durchgängig ablehnenden Kritik und legte damit den Grundstein für die marxismuskritische Tradition der Österreichischen Schule.[1]
- 1889–1889
Studierte 1884-1887 Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck unter anderem bei Eugen von Böhm-Bawerk; Böhm-Bawerk war zu dieser Zeit Professor in Innsbruck.[2]
- 1900–1906
Studierte bei Eugen von Böhm-Bawerk und nahm an dessen Seminar an der Universität Wien teil; gemeinsam mit Menger einer der prägenden Lehrer für Mises' Hinwendung zur Österreichischen Schule.[9]
- 1901–1906
Wandte sich während des Studiums in Wien unter dem Einfluss Eugen von Böhm-Bawerks vor allem der Nationalökonomie zu; Böhm-Bawerk war einer der prägenden akademischen Lehrer der Wiener Studienzeit.[3]
- 1903–1909
Widmete sich nach seiner Promotion nebenbei Böhm-Bawerks Zinstheorie, gab die kleineren Schriften des von ihm verehrten Böhm-Bawerk heraus und erneuerte und erweiterte in seiner Habilitationsschrift die Kritik an David Ricardo.[18]
- 1905–1906Otto Bauer(1881–1938) · Austromarxismus
Otto Bauer nahm als Marxist am Privatseminar Böhm-Bawerks 1905-06 an der Universität Wien teil – eine seltene Gelegenheit der direkten Konfrontation zwischen österreichischer Schule und Austromarxismus.
- 1905–1914Otto Neurath(1882–1945) · Wiener Kreis
Otto Neurath, später Philosoph des Wiener Kreises, gehörte zu den Studierenden Böhm-Bawerks.[14]
- 1905–1906Rudolf Hilferding(1877–1941) · Austromarxismus
Rudolf Hilferding besuchte als prominenter Marxist 1905-06 das Privatseminar Böhm-Bawerks in Wien.[19]
- 1908–1914
Studierte und promovierte 1914 an der Universität Wien bei Eugen von Böhm-Bawerk; Dissertation zur Geld- und Kreditwirtschaft mit mathematischem Ansatz.
- 1909–1914
Wurde als sehr junger Student in Eugen von Böhm-Bawerks Privatseminar an der Universität Wien aufgenommen; mises.org bezeichnet Strigl als „einen der jüngsten Böhm-Bawerk-Schüler".[12]
- —Henryk Grossmann(1881–1950) · Marxismus
Henryk Grossmann zählt laut Wikipedia EN-Infobox zu Böhm-Bawerks „notable students“.
- —
Schüler Eugen Böhm-Bawerks während dessen Innsbrucker Lehrtätigkeit; auf dieser Grundlage erhielt er 1889 die venia legendi für Nationalökonomie und wandte sich der Grenznutzenschule zu.[5]
- —John Bates Clark(1847–1938) · US-Grenzproduktivitätsschule
Lieferte sich mit dem amerikanischen Ökonomen John B. Clark eine berühmte Debatte über Kapitalerhaltung und die Produktionsperiode.[9]
- 1872–1914
Wieser und Böhm-Bawerk waren Jugend- und Studienfreunde an der Universität Wien und zugleich Schwäger; 1880 heiratete Böhm-Bawerk Wiesers Schwester Paula. Die Beziehung war damit in mehrfacher Hinsicht ein lebenslanger Wegbegleiter.[9]
- 1892–1897
Wurde 1892 als ordentlicher Professor an der Universität Innsbruck Nachfolger Eugen von Böhm-Bawerks; institutionelle Lehrstuhl-Kontinuitaet im Geist der Wiener Schule.[7]
- 1895–1908
Als Privatdozent (1895–1908) und ab Oktober 1898 Ordinarius für politische Ökonomie an der k.k. Exportakademie im Palais Festetics gehörte Feilbogen zur engen Wiener Nationalökonomen-Szene um Böhm-Bawerk, Wieser und Philippovich. Die Mit-Übersetzung des Capitalzins-Anhangs 1903 setzt direkten Arbeitskontakt voraus.
- 1895–1897
Sieghart diente ab 1894 im k.k. Finanzministerium, in dessen Steuerreform-Arbeit Böhm-Bawerk die treibende Kraft war, und wechselte 1897 ins Ministerratspräsidium — der Beginn seines Aufstiegs unter Körber (NDB Bd. 24, 2010, S. 353 f.).
- 1905–1906
Schumpeter besuchte Böhm-Bawerks berühmtes Privatseminar an der Universität Wien gemeinsam mit dem jungen Mises (Aufgabenhinweis Pipeline-Briefing).
- 1909–1914
Strigl wurde als sehr junger Student in Böhm-Bawerks Wiener Privatseminar aufgenommen – Mit-Teilnehmer waren u. a. Otto Bauer, Nikolai Bucharin, Ludwig von Mises, Otto Neurath und Joseph Schumpeter.[12]
- —
Setzte als subjektivistischer Werttheoretiker bei der Reform der direkten Personalsteuer gemeinsam mit Eugen von Böhm-Bawerk als leitenden Beamten die Steuerprogression praktisch um.
Eugen von Böhm-Bawerk im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.
Im Stammbaum anzeigen →QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN47 Belege · 7 Quellen
- [13]Weiss (Hrsg.) 1924: Boehm-Bawerk Gesammelte Schriften, Bd. 2 (Vorwort)
- [15]Encyclopaedia Britannica 1911: Boehm von Bawerk, Eugen (Wikisource) · 2×
- [16]Encyclopedia Americana 1920: Boehm Bawerk, Eugen von (Wikisource) · 3×
- [17]New International Encyclopaedia 1905: Boehm von Bawerk, Eugen (Wikisource) · 3×
- [18]McMaster: Böhm-Bawerk Bibliography
- [19]ECAEF (Kurt R. Leube): Eugen Ritter von Boehm-Bawerk (1851-1914)
Wirkungsorte
Die Bücher
- Capital and Interest: A Critical History of Economical TheoryOriginalEnglisch
- The Positive Theory of CapitalOriginalEnglisch
- Karl Marx and the Close of His SystemOriginalEnglisch
Aufsätze, Rezensionen, Vorträge
- APA
- Eugen von Böhm-Bawerk. (o. D.). Herausgegeben von mises.at und scholarium. Abgerufen am 11. Oktober 2026, von https://mises.at/eugen-von-boehm-bawerk
- Chicago
- “Eugen von Böhm-Bawerk.” o. D. Herausgegeben von mises.at und scholarium. Abgerufen am 11. Oktober 2026. https://mises.at/eugen-von-boehm-bawerk.
- Deutsche historische Zitierweise
- Eugen von Böhm-Bawerk, herausgegeben von mises.at und scholarium, https://mises.at/eugen-von-boehm-bawerk (abgerufen am 11. Oktober 2026).

