FOLIO I · DENKER · GEN. 01 · N° 001

Carl Menger

Werke
14
Artikel
87
Generation
1.
Porträt von Carl MengerPorträt von Carl Menger: Carl Menger, Portrait der ÖNB (Lichtdruck nach Foto) (1890)Porträt von Carl Menger: Mengers Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof (2014)
FOL. 01 · N° 001 · Carl Menger
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Weitab von der Metropole Wien, in der unscheinbaren galizischen Kleinstadt Neu Sandez (heute Novy Sącz, Polen), wurde am Sonntag, dem 23. Februar 1840 Carl Menger als drittes von zehn Kindern geboren. Die spärlich überlieferten biographischen Hinweise zeigen eine von schwerem Unglück und Leid überschattete Kindheit. Carl verlor vier Geschwister, 1848 auch seinen Vater. Die Folgen waren Mangel und Not. Er war ein durchsetzungswilliger, mitunter streitbarer Charakter, der nicht ohne weiteres bereit war, vor Autoritäten zurückzuweichen. Während des Studiums verdiente er seinen Unterhalt als Journalist in Lemberg, als Mitbegründer des Wiener Tagblatts und als Redakteur der Wiener Zeitung. Nach der Veröffentlichung seiner Grundsätze gelang Menger im Juni 1872 die Habilitierung für Politische Ökonomie an der Universität Wien. Bereits ein Jahr später erhielt er eine außerordentliche Professur. Bis zu seinem Tod, am 26. Februar 1921, lebte er mit seiner Familie und umgeben von einer zuletzt 25.000 Bände umfassenden Bibliothek im 9. Wiener Gemeindebezirk.
Metadaten
23. Februar 1840
26. Februar 1921
in Wien
1. Generation
Der Podcast

Die Folge zu Carl Menger

Carl Menger zum Hören: das Leben, die eine Idee, das berühmteste Argument und welches Werk man zuerst liest. Rund 17 Minuten.

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Lebensstationen

Stationen

  1. 1840
    1840
    Geburt

    Geboren am 23. Februar 1840 in Neu Sandez (Galizien, heute Nowy Sącz, Polen) als drittes von zehn Kindern.[1]

  2. 1848
    1848
    Tod des Vaters

    Mit acht Jahren verlor Menger seinen Vater; bereits zuvor waren vier Geschwister gestorben. Die Folgen für die Familie waren Mangel und Not.

  3. ⁦1859–1860⁩
    ⁦1859–1860⁩
    Studium an der Universität Wien

    Beginn des rechts- und staatswissenschaftlichen Studiums an der Universität Wien.[1]

  4. ⁦1860–1863⁩
    ⁦1860–1863⁩
    Studium an der Universität Prag

    Fortsetzung des Studiums an der Universität Prag von 1860 bis 1863.[1]

  5. ⁦1860–1867⁩
    ⁦1860–1867⁩
    Studium und Journalismus in Lemberg— inferiert

    Während seines Studiums verdiente Menger seinen Unterhalt als Journalist in Lemberg.

  6. 1867
    1867
    Mitbegründer des Wiener Tagblatts— inferiert

    Menger war Mitbegründer des Wiener Tagblatts und arbeitete später als Redakteur der Wiener Zeitung.

  7. 1867
    1867
    Promotion zum Dr. jur.

    Promotion zum Doktor der Rechte an der Jagiellonen-Universität Krakau.[1]

  8. 1867
    1867
    Journalist Lemberger Zeitung— ungefähr

    Tätigkeit als Redakteur der Lemberger Zeitung nach der Promotion.[1]

  9. 1871
    1871
    „Grundsätze der Volkswirthschaftslehre“

    Veröffentlichung der „Grundsätze“, dem Begründungswerk der Wiener Schule. Die Habilitierung erfolgte unmittelbar danach.[1]

  10. 1871
    1871
    Redaktionssekretär Wiener Zeitung— ungefähr

    Redaktionssekretär der Wiener Zeitung; Beobachter und Marktanalyst der Wiener Börse.[9]

  11. 1872
    1872
    Habilitation für Politische Ökonomie

    Im Juni 1872 Habilitierung für Politische Ökonomie an der Universität Wien.[1]

  12. 1873
    1873
    Außerordentliche Professur

    Bereits ein Jahr nach der Habilitierung erhielt Menger eine außerordentliche Professur an der Universität Wien.[1]

  13. ⁦1876–1878⁩
    ⁦1876–1878⁩
    Lehrer von Kronprinz Rudolf

    Berufung 1876 als einer der Lehrer Kronprinz Rudolfs; 1877 und 1878 begleitete Menger ihn auf Studienreisen durch Europa.[1]

  14. 1879
    1879
    Ordentlicher Professor

    Beförderung zum ordentlichen Professor der Politischen Ökonomie an der Universität Wien.[1]

  15. 1883
    1883
    „Untersuchungen über die Methode der Sozialwissenschaften“

    Erscheinen der „Untersuchungen“; Auslöser des Methodenstreits mit Gustav Schmoller und der deutschen Historischen Schule.[7]

  16. 1900
    1900
    Lebenslanges Mitglied des Herrenhauses

    Berufung als lebenslanges Mitglied in das österreichische Herrenhaus.[1]

  17. 1903
    1903
    Emeritierung

    Vorzeitige Emeritierung von der Universität Wien aus gesundheitlichen Gründen.[7]

  18. 1921
    1921
    Tod

    Gestorben am 26. Februar 1921 in Wien, im 9. Gemeindebezirk, umgeben von einer rund 25.000 Bände umfassenden Bibliothek.[1]

Beziehungen

Beeinflussungen

Beeinflusst von · 1
  1. 1883
    1883
    Gustav von Schmoller⁦(1838–1917)⁩ · Jüngere Historische Schule

    Mit den „Untersuchungen über die Methode der Sozialwissenschaften“ (1883) löste Menger den Methodenstreit mit Schmoller und der deutschen Historischen Schule aus; Schmollers ablehnende Rezension verspottete Mengers Anhänger erstmals als „österreichische Schule“.[1]

Beeinflusste · 12
  1. ⁦1876–1878⁩
    ⁦1876–1878⁩
    Rudolf von Habsburg⁦(1858–1889)⁩

    Menger unterrichtete ab 1876 zwei Jahre lang Kronprinz Rudolf von Habsburg in politischer Ökonomie und Statistik und begleitete ihn auf seinen Reisen.[1]

  2. ⁦1884–1887⁩
    ⁦1884–1887⁩

    Studierte 1884-1887 Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck unter anderem bei Carl Menger.

  3. 1885
    1885

    Wurde nach seinem Studium der Rechtswissenschaften von Carl Menger habilitiert.

  4. ⁦1887–1887⁩
    ⁦1887–1887⁩

    Carl Menger betreute 1887 die Promotion Ernst Seidler von Feuchteneggs zum Dr. jur. an der Universität Wien.[2]

  5. 1887
    1887

    Wilhelm Rosenberg war ein Schüler Carl Mengers in Wien.[8]

  6. ⁦1889–1899⁩
    ⁦1889–1899⁩

    Studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Czernowitz und Wien und wird in der Bio explizit als Menger-Schüler bezeichnet.[3]

  7. ⁦1890–1895⁩
    ⁦1890–1895⁩

    Studierte ab 1890 Geschichte, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien und besuchte Carl Mengers Vorlesungen zur Nationalökonomie; übernahm dessen Anspruch auf exakte Begriffsdefinition und kausale Untersuchung.[13]

  8. ⁦1899–1899⁩
    ⁦1899–1899⁩

    „Lieblingsschüler" und letzter Habilitand von Carl Menger; studierte Volkswirtschaftslehre und Recht an der Universität Wien.

  9. 1903
    1903

    Erst die Lektüre von Mengers „Grundsätzen" bot Wieser die gesuchte Perspektive, die er in der Rückschau als eine Befreiung aus der „Not des Denkens" empfand.[4]

  10. ⁦1904–1904⁩
    ⁦1904–1904⁩

    Promovierte 1904 an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien bei Carl Menger und Eugen von Philippovich.[6]

  11. —
    —

    Ludassy war einer der herausragendsten Schüler in Carl Mengers Seminar für graduierte, bereits berufstätige und an Nationalökonomie Interessierte.

  12. —
    —

    Wikipedia DE bestätigt: Landesberger gehörte zur Österreichischen Schule und war Schüler Carl Mengers an der Universität Wien.[11]

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 2
  1. —
    —

    Sax war zunächst Konkurrent, später Mitstreiter Mengers im Methodenstreit, distanzierte sich aber wenige Jahre nach 1887 wieder von der Wiener Schule.

  2. —
    —

    Groß wurde von Menger bei der Aufzählung seiner Habilitanten anlässlich seiner Emeritierung nicht erwähnt – ein zwiespältiges Verhältnis trotz formaler Verbindung über die Wiener Habilitation.[5]

Carl Menger im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN33 Belege · 6 Quellen
  • [12]Ludwig von Mises: Nachruf auf Julius Landesberger (Wiener Universität 1921)
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1860er
1867
Doktoratsurkunde Rechtswissenschaft Krakau
OriginalDeutsch
1870er
1871
Grundsätze der Volkswirthschaftslehre
OriginalDeutsch
Weitere Ausgaben
1880er
1883
Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften und der Politischen Ökonomie insbesondere
OriginalDeutsch
Weitere Ausgaben
1884
Die Irrtümer des Historismus in der deutschen Nationalökonomie
OriginalDeutsch
1887
Gesammelte Werke [F.A.v.Hayek, Hrsg.]
OriginalDeutsch
1889
Grundzüge einer Klassifikation der Wirtschaftswissenschaften
OriginalDeutsch
1930er
1935
Carl Mengers gesammelte kleinere Schriften zur Methode und Geschichte der Volkswirtschaftslehre versammeln zehn zwischen 1884 und 1915 erschienene Arbeiten. Den Kern bilden Mengers Interventionen im Methodenstreit gegen Gustav Schmoller, vor allem die in sechzehn Briefen verfasste Streitschrift „Die Irrthümer des Historismus in der deutschen Nationalökonomie“, in der er die Trennung von theoretischer, praktischer und historischer Forschung verteidigt und den Historismus als Einseitigkeit zurückweist. Eine ausführliche Rezension von Schönbergs „Handbuch der politischen Ökonomie“ sowie die Abhandlungen „Zur Theorie des Kapitals“ und „Grundzüge einer Klassifikation der Wirtschaftswissenschaften“ entwickeln Mengers Begriff der exacten Nationalökonomie, seinen Realbegriff des Kapitals und seine Systematik der Wirtschaftswissenschaften. Den Abschluss bilden fünf biographische Aufsätze über Friedrich List, Lorenz von Stein, Wilhelm Roscher, John Stuart Mill und Eugen von Böhm-Bawerk.
OriginalDeutsch
1936
Der Band versammelt Carl Mengers Schriften zur Geldtheorie und zur österreichisch-ungarischen Währungsreform. Den theoretischen Kern bildet der Artikel „Geld“ aus dem Handwörterbuch der Staatswissenschaften (1909), der den Ursprung allgemein gebräuchlicher Tauschmittel aus der unterschiedlichen Marktgängigkeit der Güter erklärt und das Geld als Ware bestimmt, deren Eigenart in ihrer Tauschvermittlungsfunktion liegt. Die übrigen Arbeiten behandeln die Valutareform von 1892: die Kaufkraft des Silberguldens, die Frage der Relation beim Übergang zur Goldwährung, die Gefahr eines Goldagios sowie Mengers Aussagen vor der Währungs-Enquête-Kommission. Menger argumentiert gegen eine zu schwere Goldkrone und für einen „gerechten Gulden“ ohne Vermögensverschiebung. Ein vollständiges Verzeichnis von Mengers Schriften beschliesst den Band.
OriginalDeutsch
1960er
1963
Anmerkungen zu den „Grundsätzen der Volkswirtschaftslehre“
OriginalDeutsch
1970er
1970
Gesammelte Werke III
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 87 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1870er
1873
Arrondierung der Landgüter [Rezension zu K. Peyrer: Die Zusammenlegung der Grundstücke]
OriginalDeutsch
Das Oesterreichische Bergwesen [Rezension zu: Denkbuch des österreichischen Bergwesens]
OriginalDeutsch
Der Zwiespalt unter den Deutschen Volkswirten
OriginalDeutsch
John Stuart Mill [Rezension zu: Autobiography by John Stuart Mill]
OriginalDeutsch
Nationalökonomie [Rezension zu E. Herrmann: Prinzipien der Wirtschaft]
OriginalDeutsch
Nationalökonomie [Rezension zu F. X. Neumann: Volkswirtschaftslehre mit besonderer Anwendung auf Heerwesen und Militärverwaltung]
OriginalDeutsch
Nationalökonomie [Rezension zu J. E. Cairnes: Essays on Political Economy]
OriginalDeutsch
Neuere Fortschritte in der Wetterkunde [Rezension zu: Mitteilungen aus dem Gebiete des Seewesens]
OriginalDeutsch
Zeitschrift für privates und öffentliches Recht der Gegenwart [Besprechung]
OriginalDeutsch
Zur Goldfrage [nochmals zu J. E. Cairnes: Essays on Political Economy]
OriginalDeutsch
APA
Chicago
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